Pädagogischer Leitfaden von A - Z

Angebote:

Durch spezielle Angebote, die offen oder angeleitet, spontan oder in einem festgelegten Zeitraum stattfinden, gelingt es uns ausgewählte, altersentsprechende Lerninhalte zu transportieren, indem wir Impulse für die Kinder schaffen und auch Input geben. Es finden Angebote in altershomogenen Gruppen oder in altersgemischten Gruppen statt und auch in allen Bildungsbereichen. So gibt es spezielle Bewegungsangebote für die älteren Kinder und auch für die jüngeren. Diese können in der Gruppe, auf dem Außengelände, im Wald, im Kalenderraum oder auch in Form eines Spazierganges stattfinden. Angebote können im gestalterischen Bereich stattfinden: Malen, Basteln, Kneten, Kleben, Filzen, Nähen, Werken, Sägen, Hämmern, Tischlern usw. oder im hauswirtschaftlichen Bereich: Backen, Kochen, Rühren, Kneten, Schnippeln, Schälen, Stampfen usw.

Sie können im naturwissenschaftlichen Bereich liegen: Experimentieren, Mischen, Wiegen, Zählen, Messen, Bauen, Konstruieren, Planen usw. oder sie finden im sprachlichen Bereich statt: durch Bilderbuchbetrachtungen, Vorlesen, Reimen, Erzählen, Gesellschaftsspiele, Lieder, Gespräche. Es kann sich um ein Angebot im musikalischen oder darstellenden Bereich handeln wie Theaterspielen, Tanzen, Zirkusvorstellungen u .ä. oder auch um das Vertiefen lebenspraktischer Kompetenzen, wie Anziehen, zur Toilette gehen, Brote schmieren, Getränke selbst eingießen, selbstständig essen. Wichtig ist uns ein  Verhältnis von eher wenigen, zielgerichteten, geplanten Angeboten und viel selbstbestimmter Zeit für die Kinder.

Arbeitseinsätze:

Arbeitseinsätze gibt es bei uns z. B. im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Außengeländes oder zweimal im Jahr in Form eines Großreinemachens in und um die Kita. Dies sind Aktionen, bei denen möglichst viele Eltern gemeinsam für die Kita arbeiten und dabei Elternstunden ableisten. Bei besonderen Projekten wird über den Elternstundenanteil in der Mitgliederversammlung abgestimmt. 

Aufnahmegespräch:
 
Nachdem die Eltern den Betreuungsvertrag für ihre Kinder unterschrieben haben, vereinbaren wir einen Termin für das Aufnahmegespräch. An diesem Gespräch nehmen die Eltern und das Kind teil, sowie eine Gruppenerzieherin/ ein Gruppenerzieher und die Kita-Leitung. Das Gespräch findet einige Monate vor Kita-Eintritt statt, meistens im April oder Mai des jeweiligen Jahres. Wir tauschen uns über die Entwicklung und besondere Vorlieben, Fähigkeiten, Bedürfnisse des Kindes aus. Ein erster, spielerischer Kontakt zwischen Kind und einer neuer Bezugsperson findet statt und die Eltern haben auch noch einmal Gelegenheit Fragen zu klären. Dieses Gespräch ist uns sehr wichtig, damit wir individuell auf jedes Kind eingehen können und die Kinder sich von Anfang an möglichst wohl und aufgehoben fühlen in unserer Kita.

Aufnahmekriterien:

Die Aufnahme der Kinder erfolgt unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen des KiBiz und der jährlich vereinbarten Platzzahlen mit dem Jugendamt Bielefeld. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass die Kinder bei Eintritt in die Kita das 1. Lebensjahr vollendet haben. Bei der Belegung der Gruppen streben wir eine Struktur an, die jedem Kind sowohl mehrere gleichaltrige als auch gleichgeschlechtliche Spielpartner bietet. Deshalb achten wir auf ein zahlenmäßig ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen bei der Aufnahme. Durch die Altersmischung von 1-4 Jahren bzw. 3-6 Jahren in den jeweiligen Gruppen, gibt es neben gleichaltrigen immer auch Spielpartner aus anderen Altersstufen für jedes Kind. Priorität bei der Aufnahme haben:

  • Kinder, deren Eltern berufstätig sind oder aus anderen Gründen dringend auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind
  • Kinder, die bei Eintritt bereits Geschwister in der Kita haben
  • Kinder, deren Eltern eine langjährige Vereinszugehörigkeit aufweisen und die sich in Bezug auf die Kita besonders engagiert haben
  • Kinder, deren Wohnort im unmittelbaren Einzugsgebiet der Kita liegt.

Die Belegungsstruktur wird von der Kita-Leitung im Hinblick auf diese Kriterien für das jeweils kommende Kita-Jahr vorbereitet und mit dem Vorstand abgestimmt. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe der freien Plätze obliegt dem Vorstand.

Ausflüge:

Ausflüge finden zu bestimmten Anlässen, zu besonderen Themen oder als Erkundung des näheren Umfeldes statt. Wir machen regelmäßig Spaziergänge mit beiden Gruppen in der nahen Umgebung. Darüber hinaus besuchen wir die Polizei, die Feuerwehr, die Kunsthalle, das Krankenhaus, die Schulen, den Tierpark oder machen themenbezogene Ausflüge, z.B. zu Ausstellungen und Theateraufführungen, zum Bauernhof, dem Imker oder Schäfer o.ä.

Ziele, Inhalte und Dauer richten sich nach dem Alter der Kinder, der Gruppenzusammensetzung und den Interessen der Kinder. Auch Anregungen von Eltern greifen wir gerne auf, wenn sie sich mit den Interessen der Kinder vereinbaren lassen.

Außenspielraum:
 
Unser Außenspielraum bietet zwei große Sandbereiche, eine Nestschaukel, einen Tunnel mit Rutsche, zwei Schaukeln, eine große Grasfläche, einen Spielhügel, ein Fußballfeld, eine Blumenwiese, Spielmulden unter Bäumen, eine Matschkuhle, ein Erdtelefon sowie einen kleine Gartenbereich mit Blumen, Kräutern, Obst und Gemüse und Naschecken mit Beerensträuchern. Es gibt eine Straße für die Fahrzeuge, einen Versammlungsplatz und einen waldähnlichen Park mit verwunschenen Rhododendronhöhlen, riesigen Buchen  und anderen seltenen Bäumen. Insekten, Käfer, Würmer, Vögel aller Art treffen sich hier täglich und auch Kaninchen und Hasen sind dort unterwegs, manchmal sogar Enten.

Das Insektenhotel ist für Florfliegen, Ohrenkneifer und andere kleine Gäste eingerichtet. Um dem Aspekt der sehr verschiedenen kindlichen Bedürfnisse zwischen 1 und 6 Jahren gerecht zu werden, wurde dieser sehr geräumige Spiel(t)raum 2012 und 2013 mit Hilfe der Ideenwerkstatt „Lebens(t)raum“ und 2014 mit dem Garten-und Landschaftsbauer Dirk Bröckel, vielen Eltern, Kindern, Erziehern und sonstigen Helfern in mehreren Gartenaktionen umgestaltet, um ihn noch optimaler nutzen zu können. Ziel war es, den jungen Kindern möglichst viel Sicherheit und altersentsprechendes Material zu bieten und den älteren Kindern mehr großräumige Bewegung und mehr spannende, erlebnisreichere Spielerfahrungen zu ermöglichen – ohne dass sich die verschiedenen Altersgruppen gegenseitig behindern. Möglichst viel Natur im Alltag zu erleben, ist dabei unser oberstes Ziel für die Kinder und wir haben das Glück dies direkt vor unserer  Haustür bzw. Terrassentür ermöglichen zu können.

Beobachtung:
 
Beobachtung ist der wesentlichste Bestandteil unserer Arbeit. Auf der Grundlage der verschiedenen Beobachtungsdokumentationen planen und gestalten wir die pädagogischen Inhalte und Methoden, unter Berücksichtigung der individuellen Interessen und Entwicklungsstände der Kinder.
 
Die Beobachtungen fließen  in Elterngespräche ein und bieten uns die Gelegenheit im Team Fallbesprechungen vorzunehmen und gemeinsam über unser pädagogisches Handeln zu reflektieren.

Instrumente der Beobachtung sind:

  • Das Leuvener Beobachtungsmodell, eine prozessorientierte Beobachtung und Begleitung von Kindern mit dem
  • Schwerpunkt auf dem Wohlbefinden und der Engagiertheit der Kinder
  • Der Münsteraner Entwicklungs- Beobachtungsbogen (MEB) für Kinder von 5 Jahren bis zur ersten Klasse, in dem unterschiedliche Entwicklungsbereiche in Form einer Spirale farblich markiert werden
  • Sismik und Seldak, sowie Liseb ( Beobachtungsverfahren zur Sprachstandsfeststellung )
  • schriftliche, freie Kurzzeitbeobachtungen unter spezieller Zielsetzung
  • Filmische Aufzeichnungen für Fallbesprechungen im Team oder für Elterngespräche bzw. Elternabende (natürlich nur eingesetzt mit Genehmigung der Eltern)

Bielefelder Screening:

Das Bielefelder Screening ist ein erprobtes Verfahren zur Früherkennung von Lese- Rechtschreibschwierigkeiten, das bei Vorschulkindern ca. 10 bis 4 Monate vor der Einschulung einsetzbar ist. Die Ergebnisse zeigen an, welchen Kindern die Förderung durch das sogenannte Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit (Hören, Lauschen, Lernen) gut tun würde. Diese Förderung bereitet Kinder auf den Schriftspracherwerb vor und ermöglicht einen besseren Start in die Schule. Das Trainingsprogramm wird im letzten Kindergartenhalbjahr in Kleingruppen durchgeführt. Es umfasst einen Zeitrahmen von täglich 10 Minuten.

Bildung:

„Bildung in der Kita geschieht jeden Tag. Kinder möchten lernen, sind wissbegierig und neugierig, sie sind “Akteure ihrer eigenen Entwicklung.“

Piaget

Ein aktives Kind bildet sich immer, bei allem, was es tut. Lernen im Vorschulalter unterscheidet sich deutlich von dem in der Schule. Lernen im Kindergarten bedeutet, dass jedes Kind, seinem eigenen Entwicklungsstand entsprechend, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben und verbessern kann. Dabei werden eigene Interessen des Kindes berücksichtigt, alle Sinne mit einbezogen und ein Höchstmaß an Bewegung. Insgesamt orientieren wir uns an den nachfolgend beschriebenen Bildungsbereichen, die etwas umfangreicher und differenzierter als im Bildungsplan NRW sind.

Bildungsbereiche:

1. Emotionale Entwicklung und soziales Lernen:

Kinder entwickeln im Kontakt untereinander und mit Bezugspersonen, die Fähigkeit sich als Person zu erleben, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, sowie Beziehungen zu anderen Menschen zu gestalten. Dabei spielt die emotionale Entwicklung eine große Rolle. Diese vollzieht sich über Wahrnehmung, Sprache, Denken und Bewegung. Die Grundlage dafür sind verlässliche Bindungen im Elternhaus und später in der Kita. Daher legen wir sehr viel Wert auf eine behutsame, gute Eingewöhnung in die Kita (siehe Eingewöhnung) und auf stabile, verlässliche Bindungen zu den Bezugserziehern.

Über möglichst gleichbleibende Dienstpläne und eine Tagesstruktur mit vielen Orientierungspunkten, schaffen wir eine größtmögliche Kontinuität der Bezugspersonen, Sicherheit und eine Vertrauensbasis – ganz besonders wichtig für die U3-Kinder, aber auch für alle anderen. Weitere Aspekte sind die Entwicklung eines positiven Körpergefühls, die eigene sexuelle Identität und Übernahme der Geschlechtsrolle als Junge oder Mädchen. In geschlechtsspezifischen und geschlechtsgemischten Projekten haben die Kinder Gelegenheit ein Bewusstsein für spezielle Besonderheiten oder Gemeinsamkeiten zu entwickeln und sich jenseits von geschlechtsstereotypen Verhaltensweisen zu erleben. Durch Bewegungsangebote, Theaterspiel, Bücher, Gespräche, Sinnesübungen und im gemeinsamen, alltäglichen Miteinander lernen die Kinder soziale Regeln auszuhandeln, persönliche Bedürfnisse und Grenzen zu achten, den Ausdruck von Gefühlen, den Umgang mit Konflikten, wie man Freundschaften schließt, sich verliebt, Rücksicht nimmt, sich in andere hineinversetzt.

2. Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

In den ersten Lebensjahren bilden Kinder ihre kognitiven Fähigkeiten aus durch sinnliche Wahrnehmungen und ordnen ihr Bild von der Welt mittels Sprache oder durch handelnde Auseinandersetzung. Dies geschieht beim Spiel und im sozialen Miteinander.

Wir legen besonders viel Wert darauf, diesen Erkenntnissen durch ein Konzept des ganzheitlichen Lernens gerecht zu werden und nicht durch eine Vorverlegung des schulischen Wissenserwerbs. Wir lassen die Eigenaktivität der Kinder zu, geben ihnen Gelegenheit die Welt mit ihren Sinnen zu erleben und zu begreifen und das in ihrem individuellen Lernrhythmus. Wir schaffen viele, verschiedene Bewegungsanlässe, Möglichkeiten Dinge zu wiederholen, Zuordnungen vorzunehmen, Gleiches und Unterschiedliches zu bemerken, ein Gefühl für Mengen zu bekommen, zu experimentieren.

Wir begleiten die Kinder bei der Entwicklung von Handlungs- und Lernstrategien, beim Bilden von Hypothesen und deren Überprüfung. Ungewöhnliche und kreative Ergebnisse und Lösungswege werden ausdrücklich zugelassen und wertgeschätzt. Wir bieten Kindern eine fehlerfreundliche Umgebung, in der ihnen Problemlösungen nicht abgenommen oder vorgegeben werden und schaffen attraktive, abwechslungsreiche Lernangebote. Die Herausforderung besteht darin, strukturierte Lernangebote am Entwicklungsstand der Kinder zu orientieren, an ihrer jeweiligen Konzentrationsspanne oder ihrem Bewegungsbedürfnis und sie inhaltlich an den Fragen und Interessen der Kinder auszurichten.

3. Körper-Bewegung-Gesundheit

Bei der Förderung kindlicher Kompetenzen liegt ein besonderer Akzent auf  der Bewegung. Kinder brauchen vielfältige Bewegungserfahrungen als Anreize für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Die Hirnforschung betont, dass sich über Wahrnehmung und Motorik eine differenzierte Plastizität des Gehirns aufbaut, während Bildungsforscher vor allem sehen, dass sich Kinder durch Bewegung aktiv die Welt erschließen. Wir bieten dazu zahlreiche Gelegenheiten und legen Wert darauf, eine Vielfalt an sensorischen Erfahrungen zu ermöglichen und das Körperbewusstsein im positiven Sinne zu stärken.

Kinder sind neugierig, ihren eigenen Körper und den anderer kennenzulernen, die eigene körperliche Entwicklung wahrzunehmen und zu erforschen. Sie suchen in der Regel viel Körperkontakt, zeigen Interesse an Gesundheit und Krankheit. Das Thema Ernährung bietet eine Fülle von sinnlichen Lernerfahrungen, denen sich Kinder mit Freude und Genuss hingeben.

Kinder kommen nicht immer mit optimalen körperlichen Voraussetzungen zu uns. Bewegungsmangel, übermäßiger Medienkonsum und falsche Ernährung beinträchtige die Motorik und die Gesundheit vieler Kinder. Wir sehen eine unserer Aufgaben darin, dem entgegenzuwirken. Dazu gehört, dass in unserer Einrichtung jeden Tag frisch und regional gekocht wird, Kinder an der Zubereitung von Speisen beteiligt werden, wir einmal in der Woche ein gesundes Frühstück anbieten und auch die Eltern in das Thema Ernährung  mit einbeziehen. Wir gehen bei jedem Wetter mit den Kindern nach draußen. Das große Außengelände bietet viel Raum zum Rennen, Hüpfen, Balancieren, Schaukeln, Trippeln, Schleichen, Kriechen, Klettern, Rutschen, Verstecken usw. Im Haus bieten sich ebenfalls zahlreiche Bewegungsgelegenheiten, Materialien und Zeiträume, um die körperliche  Geschicklichkeit zu trainieren, die Körperkraft und die Steuerung der Bewegung, die Ausdauer und die Bewegungsfreude zu fördern und zu erhalten. Spezielle Projekte zum Thema Gesundheit vertiefen diese Inhalte.

4. Sprache und Sprechen

Die gesprochene Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmedium. In der Reggio-Pädagogik gibt es den Begriff der „Hundert Sprachen des Kindes“. Dazu gehören Mimik, Gestik, Töne, Bilder und Zeichen. Sprechen lernen jedoch ist eine der wichtigsten Lernleistungen des Kindes. Es ist ein eigenaktiver, konstruktiver Prozess, bei dem das Kind auf gelungene Dialoge und aktive sprachliche Anregungen angewiesen ist. Das Sprachvermögen wirkt sich nachhaltig auf die Lernmöglichkeiten in der Grundschule und auf alle weiteren Bildungs- und Sozialisations-prozesse aus. Sprachliche Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der nie abgeschlossen ist und bei Kindern findet er vorwiegend im  sozialen Kontakt mit Erwachsenen statt, zu denen eine sichere Bindung besteht. Sprachliche Bildung ist grundsätzlich in unseren Alltag integriert und wird durch die Schaffung spezieller Sprachanlässe intensiviert. Sprache findet im Freispiel, bei den Angeboten, beim Essen, beim Reimen, Spielen, Singen, Vorlesen, Theaterspielen, Erzählen, Unterhalten, Experimentieren, Kochen statt – also rund um die Uhr. Auf der Grundlage unserer Beobachtungen und Dokumentationen der einzelnen Kinder sorgen wir für besondere, spezielle Sprachgelegen-heiten. Wir arbeiten mit Sismik, Seldak und Liseb (s. Beobachtung), führen das Bielefelder Screening (s. Seite 3) durch und bei Bedarf das Würzburger Trainingsprogramm (HLL). Auch fremde Sprachen, zu denen die Kinder einen Bezug haben oder die sie interessieren, binden wir spielerisch in den Alltag ein, wenn es für die Kinder bedeutsam erscheint. Die Kinder haben außerdem die Möglichkeit jeden Tag der geschriebenen Sprache zu begegnen. Durch die Beschriftung der Eigentumsfächer, der Haken und der Regale mit den Begriffen für Materialien, lernen Kinder das schriftliche Schriftbild für ihren Namen und für bestimmte Dinge kennen und werden damit vertraut. Darüber hinaus begleiten wir die Kinder in ihrem individuellen Interesse am Schreiben und Lesen und stellen ihnen eine große Vielfalt an Materialien aus diesem Bereich zur Verfügung, wenn sie Interesse daran zeigen.

5. Lebenspraktische Kompetenzen

Kinder jeden Alters haben ein großes Bedürfnis sich an den Tätigkeiten anderer Personen zu orientieren, Dinge selbst zu tun. Das betrifft gerade die unter Dreijährigen sehr stark. In der Kita bieten wir ihnen viele Möglichkeiten lebenspraktische Kompetenzen zu erwerben oder das zu erproben, was sie schon zu Hause gelernt haben. Dazu gehört ein Höchstmaß an Geduld, aber auch Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder und das Motto Maria Montessoris „Hilf mir es selbst zu tun“. Kinder lieben „echte“ Tätigkeiten und „echte“ Materialien, damit es wie bei den echten Großen ist.

Bei uns dürfen sie mit echten Messern schnitzen und beim Kochen helfen, mit echten Streich-hölzern eine Kerze anzünden, mit echten Werkzeugen an Werkbänken arbeiten u.v.m. natürlich immer von Erwachsenen begleitet und ihrem Alter, ihren Interessen und ihren Fähigkeiten entsprechend.

Auch im Rollenspielbereich finden sich echte Haushaltsgegenstände, im Sandkasten gibt es echte Töpfe und Pfannen.

Die Kinder lernen früh sich Getränke selbst einzugießen, selbstständig zu essen, Verschüttetes aufzuwischen, den Tisch abzuräumen oder zu decken, ein Brot selbst zu schmieren, sich die Hände zu waschen, sich alleine an- und auszuziehen. Im hauswirtschaftlichen Bereich bieten sich hier nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten. Die Kinder helfen auch schon mal mit die Waschmaschine oder den Trockner auszuräumen, die Spülmaschine einzuräumen, wischen die Tische ab oder fegen die Gruppe oder den Hof oder nähen Haken an die Handtücher.

Zum Erlernen der lebenspraktischen Fähigkeiten gehört auch der Umgang mit technischen Geräten, z.B. ans Telefon zu gehen oder ein Bild zu kopieren, Fotos zu machen oder ein Bügeleisen zu benutzen und auch das Erkunden der Lebenswelt gehört dazu: etwas aus der Küche zu holen, zum nächsten Laden oder zur Eisdiele zu gehen, zum Spielplatz oder zum Freizeitzentrum. Selbstständigkeit und die Sicherheit, alltägliche lebenspraktische Herausforderungen altersgemäß gut zu bewältigen, sind gute Voraussetzungen für selbstständiges Lernen auch in anderen Erfahrungsfeldern.

6. Mathematisches Grundverständnis

Von Geburt an machen Kinder Erfahrungen in Raum und Zeit. Mit zunehmendem Alter nehmen sie neben verschiedenen Formen und Größen auch Zahlen wahr und erschließen  zunehmend deren Bedeutung. Wir schaffen Anlässe zum Zählen und Ordnen, Vergleichen und Messen, zum Hinzufügen und Wegnehmen, Aufteilen und Verteilen. Entsprechend dem Alter der Kinder gestaltet sich die Begegnung mit mathematischen Phänomenen konkret und sinnlich erfahrbar und kann somit als Vorläufer-Fähigkeit zur eigentlichen Mathematik verstanden werden, bei der es um Abstrahieren von konkreten Gegenständen und Situationen und das Verwenden von Symbolen geht. In der Kita geht es uns darum, die Kinder im Spiel anzuregen Mengen zu erfassen, Raum-Lage- Beziehungen zu erkennen und zu bezeichnen. Hier zeigt sich auch, dass die sprachliche Bildung eine wichtige Voraussetzung für den Erwerb eines mathematischen Grundverständnisses ist. Die kreative Gestaltung des Raumerlebens (z. B. auf dem Außengelände, beim Spazierengehen, im Wald, beim Bauen, Gestalten und Malen) ermöglicht die Auseinandersetzung mit Würfeln, Quadern, Kugeln, Dreiecken, Rechtecken usw.

In Experimenten gehen wir den erlebten Phänomenen näher auf den Grund und auch das Kochen und Backen bietet unerschöpfliche Möglichkeiten im Bereich des mathematischen Verständnisses. Zahlen begegnen die Kinder in vielfältigen Formen und Materialien. Zur Dimension Zeit haben sie noch sehr elementare Zugänge. Es geht um konkrete, biographische Bezüge wie das eigene Alter, heute und gestern. Hinzu kommen langsam die Kenntnis der Wochentage und Monate, die wir im Alltag anbahnen.

7. Ästhetische Bildung:
 

Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen. Durch Fühlen, Riechen, Sehen, Schmecken und Hören nimmt ein Kind von Anfang an Kontakt zu seiner  Umgebung auf. Das Wahrgenommene löst Gefühle aus und wird mit Bekanntem verknüpft. Ästhetische Erfahrungen sind immer authentisch und können nicht aus zweiter Hand bezogen werden. Sie bilden die Grundlage für kognitive Strukturen. Das kindliche Wahrnehmen und Empfinden ist ungeteilt und ganzheitlich. Daher kommt der ästhetischen Bildung eine große Bedeutung in der frühen Kindheit zu. Sie findet ihren Ausdruck in der Musik, dem Tanz, dem bildnerischen Gestalten, dem Theaterspiel. Ziel ist es, die ästhetische Wahrnehmung der Kinder zu erweitern und eine Verarbeitung der sinnlichen Empfindungen zu ermöglichen, auf sehr unterschiedlichen Wegen. Dabei steht das Tun im Mittelpunkt und nicht das fertige Produkt. Es werden auch Feinmotorik, Körperkoordination, Nah- und Fernsinne sowie Konzentration und Ausdauer angeregt und gefördert. Die Kinder haben bei uns zahlreiche Möglichkeiten sich im ästhetischen Bereich auszuleben. Neben dem Malen, Kleben, Zeichnen, Gestalten in den Gruppen haben sie im „Draußen–Atelier“ die Möglichkeit an einer großen Malwand zu malen oder mit vielfältigen Materialien aus der Natur etwas zu  gestalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit an kleinen Werkbänken zu arbeiten – mit Holz oder Stein. Auf dem Außengelände können die Kinder mit Hölzern, Steinen, Zapfen  kreativ werden. Wir setzten uns auch mit bekannten Künstlern auseinander und besuchen in regelmäßigen Abständen die Kunsthalle.

Während der Kreise wird gesungen, getanzt und musiziert, zu besonderen Anlässen treffen wir uns in der Garderobe und singen gemeinsam. Das Theaterspielen und Tanzen ist ein fester Bestandteil in beiden Gruppen oder auch bei gesonderten Projekten. Dabei erleben und erproben die Kinder besonders ihren eigenen Körper. Über Sprechgesang, Sing-und rhythmische Spiele und Lieder erschließt das Kind sich die klassischen Toneigenschaften der Musik wie laut-leise, hoch-tief, kurz-lang usw.

8. Natur und Lebenswelt

Die Begegnung mit der Natur und das Erkunden des Umfeldes der Tageseinrichtung erweitern und bereichern den Erfahrungsschatz der Kinder. Sie bieten die Chance zum Erwerb von Weltwissen, Forschergeist und lebenspraktischen Kompetenzen. Kinder erforschen ihr Spielzeug, alle Dinge des täglichen Lebens, ihre unmittelbare Umgebung noch bevor sie sprechen können. Dabei entdecken sie Gesetzmäßigkeiten der physikalischen und materiellen Welt, z.B. die Schwerkraft. Sie analysieren Ursache- und Wirkung und konstruieren sich dazu entsprechende Übungsfelder. Das befriedigt Kinder in hohem Maß und verstärkt das Erleben der Selbstwirksamkeit. Neben Experimenten zu den Themen Menge, Gewicht, stoffliche Beschaffenheit widmen wir uns mit den Kindern auch Naturphänomenen wie Licht und Schatten, beschäftigen uns mit den vier Elementen und setzen all dies spielerisch um, z.B. in einem Schattentheater, durch Bilder aus Erde und Gras. Wie beziehen jeweils Lieder, Texte, Spiele, Literatur mit ein oder auch mal das Internet. Dabei ist es uns wichtig, dass Kinder möglichst viel selbst beobachten, fragen, erkunden herausfinden, dass sie Hypothesen bilden und diese überprüfen.

Ein Stück Natur liegt bei uns direkt am Haus (s. Außengelände). Hier haben die Kinder unerschöpfliche Möglichkeiten zum Forschen, Experimentieren, Erkunden, Sammeln, Gestalten, Säen, Ernten, Anpflanzen, Beobachten, Staunen usw. Sie begegnen den vier Elementen auf Schritt und Tritt.

Beim Bauen, Gestalten und Konstruieren mit Naturmaterialien lernen die Kinder die Eigenschaften oder auch den „Eigensinn“ elementarer Kräfte kennen. Sie nehmen vielfältige Eindrücke mit. Es werden alle Sinne und auch Emotionen angesprochen. Mit Käfern und Regenwürmern kann man sprechen, sich um sie kümmern, sie beerdigen. Die Vögel vor dem Fenster bekommen Futter im Winter, die Pflanzen im Garten müssen gegossen werden. So kann Natur auch ein soziales Lernfeld sein und die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen. Dies wiederum wirkt sich aus auf die Beziehung zur Umwelt allgemein. Wer als Kind lernt die Natur zu lieben und zu bewundern, der wird sie später auch schützen.

Dabei bringen ein achtsamer Umgang mit Ressourcen und das Erleben ökologisch intakter Lebensräume den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt nahe, ohne zu moralisieren. Wir Erwachsenen spielen durch unser Vorbild eine ganz entscheidende Rolle dabei. Die Kinder erhalten darüber hinaus Gelegenheit das nähere Umfeld im Stadtteil und auch wichtige Örtlichkeiten, Institutionen der Stadt kennenzulernen. (s. Ausflüge) Dabei nutzen wir unterschiedliche Verkehrsmittel (Straßenbahn, Auto, Bus) und gehen auch öfter zu Fuß, womit  der Bereich der Verkehrserziehung ganz nebenbei mit einfließt.

9. Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz
 

Kinder stellen viele Fragen. Oft sind diese Fragen durchaus philosophisch oder theologisch. Kinder sind von sich aus bestrebt einen Sinn hinter den Dingen zu erkennen, Antworten zu finden auf besondere Ereignisse, die sie beschäftigen. Kinder erleben Trennung, Tod, Geburt, Hochzeiten, Krankheiten, Unfälle  und sind auf der Suche nach Antworten auf existentielle Fragen und nach Orientierung. Wir Erwachsenen müssen Kinder bei diesen Erfahrungen begleiten, wenn sie uns als Erzieher und Erzieherinnen darauf ansprechen. In diesem sensiblen Bereich ist uns eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern besonders wichtig. Bei der Auseinandersetzung mit solchen existentiellen Themen können Geschichten sehr hilfreich sein, in denen Beispiele für den gelungenen Umgang mit Grunderfahrungen menschlicher Existenz geschildert werden.

In der Kita erfahren  Kinder Geborgenheit, Vertrauen und Angenommen sein  und haben dadurch eine gute Basis, um den Spannungen in der Welt gewachsen zu sein und mit persönlichen Krisen umgehen zu lernen.

Durch unser Konzept des „Situationsorientierten Ansatzes“

(s. „Situationsorientierter Ansatz “) legen wir besonderen Wert auf die individuellen Gefühle, Bedürfnisse und Lebenssituationen der Kinder. Wir vermitteln Kindern Wertvorstellungen als Orientierung. Sie lernen Toleranz, Rücksichtnahme, Empathie im täglichen Miteinander und durch unser Vorbild. Sie erfahren, dass ihre Meinung  wichtig ist und sie bei wichtigen Entscheidungen gefragt werde. Es gibt einen Kinderrat in unserer Kita, in der, von den andern Kindern gewählte Vertreter, über wichtige Angelegenheiten der Kita mit entscheiden (s. „Kinderrat“).

Jedes Kind trifft in seinem Umfeld auch auf religiöse Themen, Rituale, Feste, lernt fremde Kulturen, Religionen kennen. Zur Tradition und Geschichte unseres Landes gehören christliche Inhalte. Sie sind ein Teil unserer Kultur. Deshalb sprechen wir mit den Kindern über Weihnachten, Nikolaus, Ostern, Karneval bzw. lesen Texte dazu, sehen uns Bilderbücher an o.ä. – sicherlich nicht so ausführlich wie in konfessionellen Einrichtungen. Jedoch ist es uns wichtig, dass die Kinder zumindest die Inhalte und Anlässe zuordnen können, dass sie ein Gefühl für ihre Wurzeln, ihre Herkunft bekommen.

Je nach Interesse der Kinder beschäftigen wir uns auch intensiver mit einzelnen Themen.

Kinder brauchen Rituale zur Orientierung und eine Strukturierung ihres Alltags. Sie brauchen Stille und Gelegenheit zum Innehalten, um sich Besinnen. Auch bei Festen im Jahreslauf werden viele Ziele dieses Lernbereiches verfolgt: Erfahrung von Gemeinschaft, Unterbrechung des Alltags, das Bewahren kultureller Traditionen. Diesen Aspekten begegnen Kinder in der Vorweihnachtszeit, beim gemeinsamen Frühstück, beim Laternenfest und beim Sommerfest, beim Ostereiersuchen. Wichtig ist uns aber auch, dass die Themen der Kinder dadurch nicht an den Rand gedrängt werden.

Bindung:

„ Erziehung ist eigentlich Beziehung “

S. v.  Imhoff

Erst durch eine zuverlässige Bindung zur Erzieherin ist es dem Kind möglich, die Welt und vor allem die neue Umgebung der Kita zu erforschen und Erfahrungen zu sammeln.

Grundsätzlich stellt Bindung das starke emotionale Band dar, das uns mit Bezugspersonen, zunächst meist den Eltern, verbindet. John Bowlby entwickelte eine  Bindungstheorie, in der er  zwischen einer „sicheren“ und einer „unsicheren Bindung“ unterscheidet. Die ersten Bindungsbeziehungen sind für das weitere Leben bedeutend und haben weitreichende Auswirkungen auf das Sozialverhalten und die Entwicklung des Kindes im gesamten Lebenslauf. Sicher gebundene Kinder wachsen ausgeglichener und sozial kompetenter auf, weil sie wissen, dass sie als Basis den „sicheren Hafen“ einer Bezugsperson haben. Wenn sie in ihren ersten Beziehungen keine verlässlichen, konstanten Bezugspersonen kennengelernt haben, fällt es ihnen später schwerer sich anderen Menschen zuzuwenden und ihnen Vertrauen entgegen zu bringen. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse legen wir besonders viel Wert auf einen gute Eingewöhnung der Kinder und den Aufbau stabiler Beziehungen innerhalb der Kita (s. Eingewöhnung).

Chemie:

ist, wenn es knallt und zischt oder wenn sie stimmt. Das passiert im täglichen Miteinander von Kindern untereinander, von Kindern zu Erziehern oder Eltern, zwischen Kolleginnen, Kollegen, zwischen Personal und Eltern. Chemie erleben wir beim Kochen, Malen, Backen, Experimentieren und Verlieben und haben oft keine Formel dafür.

Datenschutz:

Sämtliche Daten, Dokumentationen, Gesprächsnotizen werden bei uns unter Verschluss aufbewahrt und nur mit einer Einverständniserklärung der Eltern an Dritte herausgegeben.

Auch für die Veröffentlichung von Fotos der Kinder im Internet, für Präsentationen oder für Pressefotos holen wir selbstverständlich das Einverständnis der Eltern ein.

Dokumentation:

Dokumentiert werden in unserer Kita die verschiedenen Beobachtungen, die wir im Laufe des Jahres durchführen (s. Beobachtungen), entsprechend der jeweiligen Beobachtungsform.

Für jedes Kind wird ein Portfolio angelegt. Die Kinder entscheiden, was dort eingeheftet wird und auch wer es sich ansehen darf. Darin können selbstgestaltetet Bilder, Fotos, Lerngeschichten, Briefe enthalten sein und vieles mehr.

Eine besondere Form der Dokumentation sind Lerngeschichten oder -briefe, die wir Erzieher in unregelmäßigen Abständen zu bestimmten Anlässen schreiben und die auch Fotos enthalten können.

Diese Bildungsdokumentationen stellen insgesamt die Grundlage dar für Teambesprechungen, die Planung der pädagogischen Arbeit, Austausch über die Kinder, Elterngespräche oder Gespräche mit Grundschule, Frühförderung oder anderen Kooperationspartnern und auch für Entwicklungsberichte.

Eingewöhnung :

Auf der  Grundlage der Bindungstheorien (s. Bindung) orientieren wir uns bei der Eingewöhnung der Kinder am „Berliner Eingewöhnungsmodell“.

Dabei wird die Eingewöhnung aufgeteilt in vier Phasen. Die erste dieser Phasen ist  die Grundphase, die ca. 3 Tage dauert und in der die bisherige Bezugsperson mit dem Kind in der Kita bleibt.
 
In der zweiten Phase, also nach ca. 4-5 Tagen, bleibt das Kind erstmals mit der Erzieherin alleine im Gruppenraum. Die Reaktion des Kindes darauf entscheidet über den weiteren Verlauf der Eingewöhnung. In der Stabilisierungsphase versucht die Erzieherin dann die Aufgaben der bisherigen Bezugsperson zu übernehmen, wobei diese in der Nähe ist und zuerst die Erzieherin reagieren und agieren lässt.

In der Schlussphase verlässt die bekannte Bezugsperson die Kita, kann aber jederzeit erreicht werden. Wichtig ist dabei ein festes Abschiedsritual. Wenn das Kind die Erzieherin als „sicheren Hafen“ akzeptiert, kann die elternbegleitete Eingewöhnungsphase beendet werden.

Wichtig ist, dass Eltern sich darauf einstellen, dass die Dauer und der Verlauf der Eingewöhnung bei Kindern sehr unterschiedlich sein kann und dass sie als Eltern wirklich Zeit einplanen für die Eingewöhnung.

Elternarbeit:

Da wir eine Elterninitiative sind, setzt sich die Elternarbeit bei und aus vielen verschiedenen Facetten zusammen. Wir sind täglich bei vielen Gelegenheiten und in sehr unterschiedlichen Rollen im Kontakt mit Eltern.

Eltern sind unsere Arbeitgeber, unsere Kunden, unsere Kooperationspartner, Experten für ihre Kinder, Dialogpartner bei der Entwicklungsbegleitung, Weggefährten, Kritiker, Impulsgeber.

Wir, das pädagogische Team, sind Fachleute für die Kita-Arbeit: für die Gestaltung der pädagogischen Inhalte und Methoden im täglichen Miteinander vieler Kinder- mit individuellen Entwicklungsstufen, Fähigkeiten, Bedürfnissen, aus unterschiedlichen Familienverhältnissen, mit  verschiedenen kulturellen und sozialen Bedingungen. Wir erleben die Kinder täglich, viele Stunden im sozialen Kontext von altersgemischten Gruppen.

Ganz wichtig ist uns deshalb der intensive Kontakt zum häuslichen Umfeld, der Austausch mit den Eltern oder Großeltern, die die Kinder in ganz anderen sozialen Kontexten erleben.

Neben den obligatorischen Elternveranstaltungen einer Elterninitiative (s. unter Verein) bieten wir an:

  • Regelmäßige Entwicklungsgespräche über die Kinder, mindestens einmal im Jahr. Bei Bedarf von unserer oder von Elternseite ermöglichen wir immer auch zusätzliche Gesprächstermine.
  • ca. 4 Elternabende im Jahr für alle Eltern: zu bestimmten Themen, zur Konzeption, allgemeine pädagogische Elternabende (Bei den thematischen Abenden gehen wir gerne auf Wünsche und Anregungen der Eltern ein)
  • spezielle Elternabende oder Workshops für besondere Elterngruppen, wie Schulanfängereltern, U3-Eltern o.ä.
  • Feste und Aktionen, zu denen Eltern und andere Familienmitglieder eingeladen sind oder    an denen sie sich beteiligen können (Sommerfest, Laternenfest, Weihnachtsfrühstück, Theaternachmittage, Gartenaktionen u.v.m.)
  • Informationen über unsere Planungen und die konkrete Arbeit geben wir regelmäßig in Form von Elternbriefen heraus, gestalten Fotowände oder präsentieren Inhalte filmisch oder durch andere gestalterische Mittel im Alltag oder auf Elternabenden.
  • Es besteht auf Anfrage und nach Terminabstimmung immer auch die Möglichkeit zur Hospitation. In der Eingewöhnungszeit der neuen Kinder besteht diese Möglichkeit allerdings nur für deren Eltern.

Insgesamt sind uns der kontinuierliche Austausch und die Begegnung mit Eltern, auch im täglichen Miteinander, sehr wichtig. Für Wünsche und Vorschläge, Veränderungen sind wir grundsätzlich offen. Oberste Priorität haben für uns jedoch immer die Bedürfnisse der Kinder und  die möglichst optimalen Bedingungen zum Spielen und Lernen. Darum verlagern wir längere Gespräche mit Eltern gerne ins Büro.

Ein kleiner Plausch beim Bringen oder Abholen schafft sicherlich eine entspannte Atmosphäre, wenn jedoch viel Erwachsene  miteinander sprechen, ist das über längere Zeit sehr störend und die Kinder können sich nicht in eine Tätigkeit vertiefen. Ein hoher Geräuschpegel, viele Stimmen beeinträchtigen massiv die Hörwahrnehmung und damit die Sprachentwicklung. Für Kinder, die sehr reizoffen sind, ist ein konzentriertes Spiel unter solchen Bedingungen unmöglich. Im Rahmen der zuvor aufgeführten Angebote für Eltern sind Zeit und Raum für Gespräche und Begegnungen vorhanden. Während der regulären Betreuungszeit der Kita „gehören“ der Garten, die Gruppenräume und auch die Garderobe, den Kindern und ihrem Spiel.

Entspannung:

Entspannung ist für Kinder genauso wichtig wie für Erwachsene. Der Körper und das Gehirn arbeiten nach dem Prinzip der Selbstorganisation im Wechselspiel von Stabilität und Instabilität. Aus der Stabilität, der Struktur, der Ordnung, der Wiederholung, der Entspannung und Sicherheit und sogar der Langeweile können sich Menschen wieder öffnen für Neues, Veränderung, Chaos, Anspannung, Neugier, Abenteuer. Gemachte Erfahrungen müssen durch Handlungen verarbeitet werden.

Durch unsere Tagesstruktur, die Inhalte, die Raumgestaltung, die personelle Besetzung schaffen wir Sicherheit und Entspannung auf der einen Seite und Anregung, Erfahrungsvielfalt, Spannung auf der anderen Seite. Die Herausforderung dabei ist, es individuell für die einzelnen Kinder zu gestalten.

Entwicklungsbegleitung:

„ Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht “

W. E. Doering

Ausgehend von der Annahme, dass jedes Kind sich entwickelt, sehen wir unsere pädagogische Tätigkeit in der Begleitung dieser Entwicklung. Diese Auffassung widerspricht grundlegend dem früheren Verständnis von Pädagogik, die ihren Schwerpunkt auf die Er-ziehung legte. Entscheidend ist dabei, dass diese Entwicklungsbegleitung im Dialog stattfindet, dass wir als Erzieher nicht die klugen Besserwisser sind, sondern in einem Prozess mit den Kindern gemeinsam Erkenntnisse erlangen und Erfahrungen machen. Wenn Kinder Erfahrungen machen, die bedeutsam sind, entsteht Neugierde, Selbstvertrauen und eine positive Erwartung. In eine Atmosphäre der Fehlerfreundlich-keit, der Akzeptanz und Toleranz können sich stabile Muster bilden. Aus Vertrauen entstehen Selbstvertrauen, Lernfreude und Kreativität. Gelingende Dialoge sind der Weg zur Entwicklung von Kindern.

Dazu brauchen wir eine Prise Wissen, einen Sack voll Liebe und einen Zentner Geduld.

Erfahrungen:

Erfahrungen prägen das Gehirn. Das Kind macht Erfahrungen mit der menschlichen und dinglichen Umwelt. Diese Erfahrungen sollten möglichst oft „aus erster Hand“ kommen, über die Sinne gemacht werden, ganzheitlich sein. Der Mensch in seiner Einheit von Körper und Geist und Seele steht in ständigem Dialog mit seiner Umwelt: mit Menschen, Dingen, Raum und Zeit. Um bedeutsame Erfahrungen zu machen, braucht ein Kind Zeit, eine geeignete Umwelt und den Austausch mit dieser Umwelt.

Bedeutung kann entstehen im sensomotorischen Ausdruck, z.B. beim Klettern und Springen, Wegwerfen und Umwerfen. Bedeutung kann entstehen im kreativen Gestalten, beim Bauen und Konstruieren mit verschiedenen Materialien, bei Erfahrungen mit Ton oder beim Malen. Bedeutung kann entstehen im symbolischen Spiel, beim Höhlenforscher oder Prinzessin spielen. Bedeutung entsteht im Dialog und durch diese Lernerfahrungen wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Dann wird Lernen auf allen Ebenen repräsentiert:

In Kognition, in Emotion, in körperlichen Prozessen.

Ernährung:

Eine gesunde Ernährung bzw. das Bewusstsein dafür zu wecken, ist ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit. In regelmäßigen Abständen führen wir Projekte mit den Kindern  durch und gestalten Elternabende dazu, da es ja immer auch neue Kinder und Eltern gibt. Vor allem aber spiegeln sich die Erkenntnisse darüber in unserem Alltag wieder – durch das frisch zubereitete Mittagessen, das gesunde Frühstück oder den Nachmittagssnack, durch Gespräche mit den Kindern und besonders durch das Säen, Pflanzen, Ernten und Verarbeiten der Lebensmittel aus unserem Garten.

Näheres dazu unter Bildungsbereich 3: „Körper-Bewegung-Gesundheit

Feste und Feiern:

Wir feien in der Kita die Geburtstage der Kinder (s. Geburtstag). Darüber hinaus gibt es ein Laternenfest, ein Sommerfest, Weihnachtsfeiern und Jubiläumsfeiern. Am Rosenmontag feiern wir mit den Kindern Karneval, zu Ostern suchen die Kinder Ostereier in unserem Garten, den Nikolaustag begehen wir mit gefüllten Stiefeln oder auf andere Art. Individuelle Feiern zu besonderen Anlässen können durchaus dazu kommen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder die religiösen, kulturellen oder jahreszeitlichen Ereignisse im Jahreslauf wahrnehmen und ein Gefühl für ihre Bedeutung bekommen. Feste und Feiern schaffen eine Verbindung zwischen Menschen. Die Kinder erleben Gemeinschaft, haben die Möglichkeit Eltern und Großeltern einzubeziehen in ihre Kita-Welt und erleben sich auch als Teil der gesamten Kita. Die Gestaltung der Feste sieht nicht immer gleich aus, da es uns wichtig ist, die Kinder und Eltern an der Planung und Durchführung zu beteiligen und ihre individuellen Vorstellungen zu berücksichtigen.

Fortbildungen:

Die pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, deren Umfang und Inhalte jeweils im Team besprochen und koordiniert werden.

Freispiel:

„Je entbehrlicher die Erzieherin ist, umso besser hat sich die kindliche Gemeinschaft entwickelt.“

H.-H. Deißler

Das Freispiel bezeichnet jene Phasen im Tagesablauf, die nicht durch Impulse, Angebote oder Aufforderungen der Erzieher entstehen. Es geht um das freie, selbstbestimmte Spiel der Kinder, in dem sie sich Spielmaterial, Spielpartner, Spielorte, die Dauer des Spiels selbst aussuchen. Dabei nehmen sie natürlich Anregungen und Reize aus der Umgebung auf, verändern ihr Spielverhalten dementsprechend – oder auch nicht.

Es geht hierbei also nicht um zweckbestimmtes, geplantes Arbeiten sondern um ein zweckfreies, spontanes, freiwilliges und von innen motiviertes, lustbetontes und phantasiegeleitetes Spiel. Das Spiel geschieht immer um des Spielens willen und nicht mit Blick auf ein Ergebnis. Es ist durchaus zielgerecht; dennoch sind Ergebnis und Ende nicht vorhersehbar.

Im Freispiel können die Kinder sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken und ihre individuellen Ideen umsetzen. Sie können Entscheidungen frei und selbstständig treffen, sich selbst Ziele und Lernaufgaben setzen. Die Kinder organisieren sich alleine oder mit anderen Kindern gemeinsam, entwickeln Regeln im Umgang miteinander, treffen Absprachen, kommunizieren auf vielfältige Weise, versuchen Konflikte selbstständig zu lösen.

Die Erzieher sind in dieser Phase sozusagen im „Standby“, enthalten sich jeglicher Bewertungen, Einmischungen, Erklärungen, - es sei denn, sie werden von den Kindern darum gebeten oder erkennen, dass die Kinder Hilfe brauchen. Die Aufgabe der Erzieher im Freispiel ist es, das Spiel gezielt und intensiv zu beobachten. Diese Beobachtungen ermöglichen ihnen, den Spielverlauf durch Anregungen, Fragen und Hinweise zu bereichern oder Material zu beschaffen, welches evtl. noch benötigt wird. Zum anderen lassen sich durch diese Beobachtungen die Fähigkeiten und Entwicklungsstände der Kinder sehr gut einschätzen und die Erzieher erfahren viel über die Wünsche, Bedürfnisse oder auch die aktuelle Lebenssituation der Kinder. Auf dieser Grundlage wiederum können Aktivitäten, Angebote, spezielle Fördermaßnahmen für die Kinder entwickelt werden.

Je nach Alter der Kinder variiert das Verhalten der Erzieher natürlich. Bei den jüngeren Kindern müssen wir häufiger in Konfliktsituationen schlichten oder trösten oder auch mal eine Weile mitspielen, z.B. um die Kinder in ein gemeinsames Spiel zu bringen. Und wenn die Windeln voll sind, wird das Spiel natürlich unterbrochen zum Wickeln, damit es für alle entspannt weitergehen kann.

Das Freispiel nimmt einen großen Teil des Tages ein; denn selbstbestimmt und im sozialen Miteinander lernen Kinder am meisten. Die Kinder erwerben unendlich viele Fähigkeiten durch Abschauen, Nachmachen, Ausprobieren, Zuschauen, Beobachten. Sie spielen die Welt im Rollenspiel nach und entwickeln dabei Lösungswege, Ausdrucksformen  und Handlungspläne. Unsere Angebote und Aktivitäten bereichern und unterstützen das freie Spiel der Kinder und sie ermöglichen die Vertiefung und Erweiterung von Themengebieten und Interessen.

Frühkindliche Sexualpädagogik:

Allgemeines: Wie in der Gesamtkonzeption zu lesen, ist es uns wichtig, dass die Kinder sich in unserer Kita zu Hause angenommen und geborgen fühlen. Dazu gehört, dass Mädchen und Jungen in ihrem Rollenverhalten individuell wahrgenommen und respektiert werden. Sie werden gleichermaßen an allen Aktivitäten beteiligt und partizipatorisch in den Kita-Alltag einbezogen. Die kindliche Sexualität gehört genauso zum Alltagserleben, wie alle anderen menschlichen Themen. Jedes Kind ist von Geburt an ein Wesen mit eigenen sexuellen Wünschen und Bedürfnissen. "Sexualität ist ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis, das uns von Geburt an begleitet. Sie äußert sich in dem Wunsch nach körperlich-seelischer Lust, Wohlbefinden und Zärtlichkeit und zielt auf Erregung und Befriedigung ab. Sexualität ist auf kein bestimmtes Lebensalter begrenzt, sondern eine Lebensenergie, die den Menschen von der Geburt bis zum Tod begleitet." (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Kindliche Sexualität: Die kindliche Sexualität unterscheidet sich jedoch von erwachsener Sexualität.

  • Kindliche Sexualität äußert sich im Spiel und wird von ihnen selbst nicht als sexuelles Tun wahrgenommen.
  • Das Gefühl sexuellen Begehrens ist dem Kind fremd.
  • Sexualität im Kindesalter wird ganzheitlich und ganzkörperlich erlebt.
  • Sie ist auf sich selbst, nicht auf andere bezogen.
  • Sie zeichnet sich durch Ausprobieren, Neugierde, Erkunden mit allen Sinnen aus. (Wie Kinder es in allen Lebensbereichen machen.)
  • In den ersten Lebensjahren steht im Vordergrund der Wunsch nach Geborgenheit, Nähe, Zuwendung und Körperkontakt.
  • Kindliche Formen der Selbstbefriedigung sind Reiben an Möbeln, Stimulation an Kuscheltieren, Massieren und Kitzeln.
  • Kindliche Sexualität äußert sich im Wissensdrang (Fragen).

Im Kindergartenalter (3-6 Jahre) wird den Kindern verstärkt bewusst, dass sie Mädchen oder Jungen sind. Sie möchten mehr darüber erfahren. Dazu treffen sie sich auf der Toilette, machen "Doktorspiele", ziehen sich aus und betrachten sich und andere. Sie "begreifen" dabei ihre Körper und die der anderen. Wir bieten den Kindern die Gelegenheit dazu und erlauben es. Auch Masturbation tolerieren wir, wenn sie sich in einem Rahmen abspielt, in dem sich andere nicht gestört fühlen. Wird dem kindlichen Forscherdrang Raum gegeben, treten nach einiger Zeit oft wieder andere Spiele in den Vordergrund. Kinder dürfen sich in unserer Kita nackt ausziehen und sich betrachten. Wir beantworten die Fragen der Kinder nach allen Körperteilen, nach Schwangerschaft und Geburt. Wir bringen entsprechende, kindgerechte Literatur in den Alltag ein, singen, malen oder spielen dazu. Wichtig ist uns, dass wir die Kinder mit ihren individuellen Bedürfnissen dabei sorgsam beobachten und begleiten. Grenzen ein, wenn das Spiel erkennbar nicht einvernehmlich ist, nicht alle "Spaß" dabei haben, wenn Gegenstände benutzt werden oder es anderweitig zu Verletzungen kommen könnte. Besonders genau beobachten wir, wenn der Altersunterschied der Kinder sehr groß ist bei Doktorspielen.

Elternarbeit: Regelmäßig (etwa alle 2-3 Jahre) bieten wir Elternabende zu dem Thema in der Kita an, gerne in Zusammenarbeit mit Pro Familia. Sollte es darüber hinaus Fragen zum Thema frühkindliche Sexualität beim eigenen Kind geben, findet sich in der Regel ein spontaner Gesprächstermin. Geht es nicht um ein kitaspezifisches Thema, berät Pro Familia auch direkt und kostenfrei.

In Bezug auf die Eltern ist es uns noch wichtig darauf hinzuweisen, dass Kinder, die frei ihre Sexualität erleben, erkunden und entwickeln können, die ihre Körperteile benennen können, oftmals besser geschützt sind vor sexuellen Übergriffen. Sie können eher einschätzen, ob etwas angemessen ist in diesem Bereich oder nicht und sie würden und könntes es vermutlich auch besser beschreiben (den Eltern oder uns). Leider gibt es auch sexuelle Übergriffe von Eltern an ihren Kindern. In diesem Fall haben wir durch das Vertrauensverhältnis und den offenen Umgang mit diesem Thema bei den Kindern eher die Chance, dass sie sich uns anvertrauen und dass wir unserem Auftrag das Kindeswohl zu schützen, nachkommen können.

Frühstück:

Das Frühstück findet gleitend in den jeweiligen Gruppen statt. Die Kinder bringen ihr Frühstück von zu Hause mit.

Die Kita stellt Mineralwasser, ungesüßten Tee und Milch zur Verfügung. Etwas Obst steht immer zusätzlich auf den Tischen. Die ersten Kinder kommen bereits um 7:15Uhr, andere erst um kurz vor 9:00Uhr, manche haben schon zu Hause gefrühstückt, andere noch nicht. Das Frühstück bietet somit einmal am Tag die Gelegenheit nach dem individuellen Hungergefühl und Zeitrahmen zu essen. Mittagessen und Nachmittagssnack werden gemeinsam  in den Gruppen eingenommen. In der Dinogruppe geht die Frühstückszeit bis 9:30Uhr, in der Drachengruppe endet sie bereits um 9:00Uhr. Jeden Donnerstag bietet die Kita ein Frühstücksbüffet in beiden Gruppen an, das auch mit Kindern gemeinsam vorbereitet wird. Das Angebot variiert dabei. Es gibt verschiedene Müslis mit Obst, Joghurt, Quark oder Milch, Brot oder Brötchen mit Aufschnitt, Käse oder Aufstrichen. Manchmal machen wir Frühstücksbrei oder backen Frühstückswaffeln. In beiden Gruppen legen wir Wert darauf, dass die Kinder nicht zum Essen genötigt werden. Wir zwingen Kinder auch nicht dazu von allem zu probieren, sondern vertrauen auf ihr natürliches Hungergefühl.

Geburtstage:

Die Geburtstage der Kinder werden in der jeweiligen Gruppe gefeiert. Es gibt einen Geburtstagskalender in den Gruppen, der jedes Jahr neu gestaltet wird, sowie bestimmte Rituale für die Feier und den Ablauf des Geburtstages. Alle Einzelheiten können die Eltern mit den Erzieherinnen der Gruppe besprechen, z.B. ob das Kind etwas ausgeben möchte oder nicht und was das sein könnte. Entscheidend ist dabei natürlich, wie das Kind selbst den Geburtstag feiern möchte. Es gibt auch Kinder, die ihn erst einmal mal gar nicht in der Kita feiern möchten.

Gruppen:

Die Dinogruppe:

In der Dinogruppe werden 15 Kinder im Alter von 1-4 Jahren betreut, 8 Kinder sind unter 3 Jahre alt.

In den letzten Jahren haben sich Wissenschaftler, Pädagogen, Ärzte verstärkt mit der Entwicklung von Kindern in den ersten Jahren beschäftigt und einige neue Erkenntnisse gewonnen – über das Lernen und die Bedürfnisse von Kleinkindern. Durch kontinuierliche Fortbildungen im Team haben wir uns auch verstärkt nochmal mit dieser Altersstufe auseinander gesetzt und manches im Alltag der Jüngsten geändert und neu strukturiert; denn es handelt sich um die bedeutsamste Zeit der Kindheit überhaupt. Die noch unreifen funktionellen Schaltkreise des Gehirns, insbesondere des limbischen „ Belohnungs-Systems“ werden durch Erfahrungen und Lernprozesse optimiert. Die prinzipiellen Konzepte für späteres Lernen und für die emotionale Erlebniswelt werden in den ersten drei Jahren angelegt.

Um besonders den Jüngsten in der Kita gerecht zu werden, haben wir die Altersstruktur in den Gruppen zum Sommer 2013 geändert. Bis dahin hatten wir zwei altersgemischte Gruppen im Alter von 1-6 Jahren. Nun gibt es die Altersmischung von 1-4 Jahren. Damit werden wir den Bedürfnissen der ganz jungen Kinder wesentlich besser gerecht, da sind sich Eltern, Kinder und Erzieher einig.

Wir alle haben festgestellt, dass die jüngeren Kinder ohne die 5-6 jährigen viel selbstbewusster geworden sind. Es gibt weniger Konflikte und die Kinder sprechen mehr und hörbarer.

Wir haben die Gestaltung der Räume darauf ausgerichtet und auch das Spielmaterial bewusst für die Altersstufe von 1-4 ausgewählt. (s. Räume) In der Gruppe sind zwei Erzieherinnen beschäftigt, die eine Zusatzausbildung als Fachkraft für Frühpädagogik haben.

Die Eingewöhnung der Kinder findet nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell statt

(s. Eingewöhnung). Im April/Mai gibt es jeweils einen Elternabend zur Eingewöhnung für die Eltern aller neuen Kinder (auch aus der Drachengruppe). Je jünger das Kind ist, desto mehr Zeit sollten die Eltern für die Eingewöhnung einplanen. Aber auch bei den älteren gilt: das Kind bestimmt das Tempo! Zuvor hat schon das Aufnahmegespräch stattgefunden mit einer Erzieherin aus der Gruppe, den Eltern, dem Kind und der Kita-Leitung. Dabei geht es um die Entwicklung des Kindes, seine Vorlieben, Besonderheiten u.v.m.

Das Kind lernt neben den Räumen auch schon eine erste, potentielle Bezugsperson aus der Gruppe kennen und umgekehrt. Die zentralen Themen in der Anfangszeit sind Bindung und Orientierung. Hilfreich sind für die Kinder Abschieds-und Wiedersehensrituale, etwas Vertrautes von zu Hause (Schnuller, Schmusetier), Pünktlichkeit beim Bringen und Abholen und ein sehr strukturierter Tagesablauf in der Kita.

Nach dem Elternabend zur Eingewöhnung gibt es drei Schnuppertage, die mit einer Gruppenerzieherin festgelegt werden. In der Gruppe sind jeweils 2 Bezugserzieherinnen zuständig für 1 Kind. In der Regel entscheiden die Kinder selbst, wen sie von den Erzieherinnen favorisieren und wir versuchen dem zu entsprechen. Die  Elternarbeit nimmt in der Dinogruppe einen besonderen Stellenwert ein und ist noch etwas umfangreicher als in der Drachengruppe. Zu Beginn findet täglich ein kurzer Austausch mit den Eltern statt, über das Wohlbefinden des Kindes in der Kita, sein Ess- und Schlafverhalten, das Wickeln usw. Es gibt ca. 4 Elternabende im Jahr, von denen 2 Themenabende, zu bevorzugten Themen der Eltern, sind, wie z.B. das Trotzen. Es können bei Interesse immer auch Eltern der Drachengruppe teilnehmen.

Darüber hinaus gibt es kleine Feste und Ausflüge in der Dinogruppe, Bastelnachmittage oder andere Eltern-Kind Aktionen. Ziel ist es, ein Vertrauensverhältnis zu Eltern und Kindern herzustellen, eine Erziehungspartnerschaft zu erreichen, die über viele Jahre trägt und von gegenseitigem Vertrauen geprägt ist.

Im Tagesablauf der Gruppe spiegeln sich die besonderen Entwicklungsbedürfnisse dieser Altersstufe wieder. Auch in der Dinogruppe beginnt der Tag um 7:15Uhr für die ersten Kinder. Die Begrüßung ist hier besonders wichtig, ein festes Abschiedsritual zwischen Eltern und Kind, um den Einstieg in den Tag zu erleichtern. Eine Bezugsperson aus der Gruppe hat auf jeden Fall Frühdienst. Die Kinder können gleitend bis 9:30Uhr frühstücken. Sie bringen ihr Frühstück von zu Hause mit, es gibt aber jeden Tag auch ein wenig Obst, Müsli o.ä. auf dem Tisch, von dem die Kinder probieren dürfen. Gerade die U3-Kinder lieben das sehr und nehmen gerne mehrere kleine Mahlzeiten am Morgen ein. Ob und wann die Kinder essen, entscheiden sie selbst.

Um 10:00Uhr findet der Morgenkreis statt, der hier nur ca. 10-15 Minuten dauert. Die Kinder brauchen viele Wiederholungen des immer selben Liedes oder Fingerspiels, immer gleiche Rituale. Das gibt ihnen Sicherheit. Jedes Kind hat ein eigenes Sitzkissen für den Kreis, welches von zu Hause mitgebracht wurde. Nach dem Kreis beginnt das Freispiel unter dem allgemeinen Motto: „Das Leben lernen“. Die Kinder spielen drinnen und draußen, alleine, nebeneinander, miteinander. Sie ahmen nach, experimentieren, benennen, sortieren, räumen aus und räumen ein. Sie werden geleitet von ihrem Entdeckerdrang, ihrer Neugier und ihrem Kommunikationsbedürfnis. Dabei machen sie jeden Tag unzählige Sinnes- und Naturerfahrungen und Erfahrungen im Sozialkontakt.

Ein Schwerpunkt liegt außerdem im Bereich der Pflege und der Sauberkeitserziehung. Mehrmals am Tag werden die Kinder gewickelt. Sie lernen ihre Hände zu waschen oder ihr Gesicht, den Übergang von der Windel zur Toilette. Das Wickeln ist ein besonderes, sinnliches Ritual, bei dem die Erzieherinnen sich viel Zeit nehmen, Öle oder Massagematerialien mit einbeziehen, kleine Sprachspiele mit den Kindern machen und somit eine angenehme, vertrauensvolle Atmosphäre schaffen. Beim Trockenwerden üben wir keinerlei Zwang aus. Erste Erfahrungen dazu sollten zu Hause gesammelt werden und das Bedürfnis dazu auf jeden Fall vom Kind kommen.

Um 11:30Uhr essen die Kinder in ihrem Gruppenraum an zwei großen Tischen mit den Erzieherinnen zusammen. Der eine Tisch hat U3-Maße, der andere ist für die etwas älteren Kinder mit entsprechenden Stühlen bestückt. Bei den allerkleinsten kommt es auch vor, dass sie schon um 11:00Uhr essen und vorzeitig ins Bett gebracht werden. Jedes Kind hat beim Essen seinen eigenen Platz und wählt sein Besteck aus, Löffel oder Gabel oder auch die Finger. Die Kinder füllen sich selbst auf. Die Schüsseln sind aus Glas, damit die Kinder sehen, was darin ist. Ab ca. 1 Jahr trinken die Kinder aus Gläsern, sie räumen ihr Geschirr selbst weg.

Im Anschluss an das Mittagessen machen die Kinder Mittagsschlaf. Jedes Kind hat sein festes Bett mit Bettwäsche und anderen Dingen von zu Hause. 2 Erzieherinnen sind im Raum bis alle eingeschlafen sind. Kinder, die keinen Mittagsschlaf mehr machen, können leise im Gruppenraum spielen. Dort ist dann auch noch eine Erzieherin anwesend.

Nach dem Schlafen brauchen die Kinder eine Weile bis sie wieder richtig in der Wirklichkeit angekommen sind. Oftmals kuscheln sie erstmal ein wenig oder träumen vor sich hin. Wir wecken die Kinder grundsätzlich nicht. Wenn sie schon sehr lange schlafen, wird vorsichtig etwas Licht hereingelassen, indem die Tür geöffnet wird und dem Aufwachen so ein wenig auf die Sprünge geholfen.

Am Nachmittag brauchen die Kinder insgesamt viel Körperkontakt, eher ruhige Beschäftigungen wie Bücher ansehen, Bauen oder draußen im Sand spielen.

Von 14:30Uhr-14:50Uhr findet die „Teerunde“ statt und jetzt sollte auch hier möglichst kein Kind abgeholt werden. Beim Abholen ist Zeit für ein kurzes Gespräch über den Tag, entweder vor der Gruppe oder in dezenter Lautstärke auf dem großen Sofa. Eltern ziehen vor der Tür ihre Straßenschuhe aus, da die Kleinen vieles vom Boden aufsammeln und in den Mund stecken.

Die Drachengruppe:

In der Drachengruppe werden 20 Kinder im Alter von 3-6 Jahren betreut, davon derzeit 3 Kinder mit besonderem Förderbedarf. Der Tagesablauf in der Drachengruppe hat sich im Laufe der letzten Jahre mehrfach verändert, da die Kinder sich immer wieder längere Freispielphasen ohne ständige Unterbrechungen gewünscht haben.

Der Tag beginnt um 7:15Uhr für die ersten Kinder. Zu dieser Zeit sind 2 pädagogische Fachkräfte in der Kita, eine Bezugsperson für die Kinder der Dinogruppe und eine für die Kinder der Drachengruppe. Oftmals verbringen alle die ersten 45 Minuten gemeinsam in einem Gruppenraum, den die Kinder jeweils auswählen. Wenn sie möchten, können sie helfen den Frühstückswagen fertig zu machen oder am Donnerstag bei der Zubereitung des Frühstücks helfen. Ab 8:00Uhr gehen alle in ihre jeweiligen Gruppen. In Absprache können einzelne Kinder auch noch bis spätestens 9:00Uhr in der anderen Gruppe spielen. Bis dahin ist in der Drachengruppe Freispielzeit und Frühstückszeit. Dann sollten alle Kinder in der Kita angekommen sein.

In der Drachengruppe beginnt nun der Morgenkreis. Alle werden begrüßt, es gibt eine kleine Gesprächsrunde, es wird gesungen oder gespielt oder etwas vorgelesen. Danach wird besprochen, was am Tag und unmittelbar nach dem Morgenkreis geschieht. Die Angebote werden vorgestellt und die Kinder entscheiden sich, was sie im Anschluss an den Kreis spielen möchten, mit wem und wo oder ob sie an einem der Angebote teilnehmen. Manche Angebote sind auch verbindlich für bestimmte Kinder, wenn z.B. ein längeres Projekt läuft.

Wenn besonders schönes oder interessantes Wetter ist, kann es auch passieren, dass die ganze Gruppe sofort nach draußen geht. Die Kinder haben bis 12:00Uhr die Möglichkeit frei zu spielen, an Angeboten teilzunehmen, etwas mit einem Erzieher oder einer Erzieherin gemeinsam zu tun, zwischendurch die Tätigkeit oder das Spiel zu wechseln. Dazu sind viele, soziale Kompetenzen erforderlich, Sprache, Konfliktlösungspotential u.v.m.

Um 12:00Uhr beginnen die Kinder, welche Tischdienst haben, den Tisch zu decken, alle anderen räumen auf. Um ca. 12:15Uhr essen Kinder und Erzieher der Drachengruppe im Gruppenraum zu Mittag. Die Kinder sitzen an mehreren, kleinen Tischen, füllen sich selbst auf, gießen sich Getränke ein und entscheiden, mit wem sie am Tisch essen möchten. Nach dem Mittagessen gibt es eine Ruhephase für alle Kinder. Wer noch einen richtigen Mittagsschlaf braucht, findet einen Schlafplatz im Schlaf-Spiel-Raum. Für alle anderen wird auf dem Bauteppich etwas vorgelesen und sie können es sich dabei mit Decken und Kissen gemütlich machen. Am Donnerstag übernehmen die Lesepaten das Vorlesen in drei Kleingruppen.

Danach ist wieder Freispielzeit bis zur „Teerunde“ um 14:45Uhr. Dazu gibt es Getränke, Obst, Brote oder einen anderen Snack. Die „Teerunde“ geht bis 15:15Uhr. Während dieser Zeit sollten keine Kinder abgeholt werden und die Eltern möglichst in der Garderobe warten.

Im Anschluss ist Freispielzeit bis zum Abholen der letzten Kinder. An dieser Stelle möchten wir nochmal an das Kapitel zum Thema Gespräche mit Erziehern bzw. Erwachsenengespräche insgesamt erinnern, dass wir unter der Rubrik „Elternarbeit“ ausgeführt haben. In der letzten Stunde ist pro Gruppe nur noch eine Fachkraft anwesend

Hospitation:

Grundsätzlich können Eltern gerne in unserer Kita hospitieren. Während der Eingewöhnungsphase der neuen Kinder führen wir allerdings keine Hospitationen durch, da dies die Kleinen sehr verwirren würde und ohnehin schon viele Erwachsene in der Einrichtung anwesend sind. Termine können ansonsten immer mit den Gruppenerzieherinnen vereinbart werden.

Informationen:

gibt es bei uns über Elternbriefe, an den Pinnwänden im Eingangsbereich, in Gesprächen, über unsere Internetseite, per Telefon oder Mail, über Fotos und Präsentationen, an Elternabenden, bei Workshops.

Integration/Inklusion:
 
Gesetzliche Grundlagen:

Nach dem SGB IX, § 1 hat jeder Mensch das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und auf Vermeidung von Benachteiligung. Die §§ 4, 19 SGB IX beinhalten Leistungen für Behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder so zu planen und zu gestalten, dass nach Möglichkeit Kinder nicht von ihrem sozialen Umfeld getrennt und gemeinsam mit nicht behinderten Kindern betreut werden. Die Betreuung und Aufnahme der Kinder mit Behinderungen und von Behinderung bedrohten Kindern basieren auf der Grundlage des SGB XII, § 53 ff der Eingliederungshilfe.

Das Gesetz zur frühen  Bildung und Förderung von Kindern in NRW (KiBiz) - Viertes Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes- SGB VIII- bildet die Basis für die Arbeit unserer Einrichtung. Danach ist der gesetzliche Auftrag der Kindertagesstätte u.a. folgender:

„Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und Förderung seiner Persönlichkeit. Seine Erziehung liegt in der vorrangigen Verantwortung der Eltern. Die Kindertageseinrichtungen ergänzen die Förderung des Kindes in der Familie und unterstützen die Eltern in der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.“

„Die Kindertageseinrichtung hat den Bildungs- und Erziehungsauftrag im regelmäßigen Dialog mit den Eltern durchzuführen und deren erzieherische Entscheidungen zu achten.

Kinder mit Behinderungen und Kinder, die von Behinderung bedroht sind, sollen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gefördert werden.“

(Kinderbildungsgesetz KiBiz §§2,3 und 8)

Unser Leitgedanke zu Integration und Inklusion:

Integration bedeutet eine Einheit, ein Ganzes zu schaffen.

Dies beinhaltet einen wechselseitigen Prozess von Menschen mit und ohne Behinderung und somit ein Zusammenleben von gleichwertigen Partnern. Das Kind mit Behinderung muss nicht integriert werden oder angepasst an die Normen, Werte und Leistungen der Kinder ohne Behinderung.

Integrationsarbeit orientiert sich nicht an den Defiziten des Kindes sondern immer an den Ressourcen. Interessen und Fähigkeiten werden wahrgenommen und begleitend weiter entwickelt. Entscheidend ist dabei immer das Wohlbefinden des Kindes. Jedes Kind kann sich so beteiligen, wie es in seinem Rahmen möglich ist. Ziel ist es, ein partnerschaftliches Miteinander von Geben und Nehmen in der Kindergruppe zu schaffen.

Integration bedeutet für uns, dass jeder Mensch anders ist und wir dieser  Andersartigkeit mit Toleranz und Akzeptanz zu begegnen lernen und sie auch schätzen lernen.

Einen Inklusionsgedanken verstehen wir als einen Prozess und eine Weiterführung der Integrationsarbeit im Hinblick auf  die Teilhabe aller an gesellschaftlichen Gütern und Ressourcen. Alle Menschen werden mit ihren individuellen Bedürfnissen gesehen, auf die angemessen reagiert werden muss.

Integration und Inklusion in der Praxis:  

Unser Kerngedanke ist, dass es normal ist, verschieden zu sein. Das heißt, dass wir Verschiedenheit als Chance begreifen. Es ist die Chance voneinander zu lernen, Vorurteile  und Intoleranz abzulegen und sich einzulassen auf die Andersartigkeiten der Menschen und damit letztlich einen kleinen Beitrag zu einer toleranteren Gesellschaft zu leisten.

Unsere Aufgabe besteht darin, die Lebenssituation von Kindern mit besonderen Bedürfnissen und deren Familien zu verbessern und sie zu stärken, indem wir ihnen wohnortnah und in ihrem bekannten Umfeld eine Chance auf Teilhabe am Kita-Alltag in unserer Elterninitiative bieten. Oberstes Ziel ist dabei, dass sie ein wertschätzendes, tolerantes  Miteinander erleben in der Kindergruppe und in der gesamten Kindertagesstätte. Dies ist ein Prozess, der sowohl im Team als auch in der Elternschaft und bei den Kindern gestaltet und begleitet werden muss durch Informationen, Transparenz,  Gespräche, gemeinsames Erleben , persönliche Begegnungen und kontinuierliches Reflektieren.

Besonders wichtig ist uns, dass Kinder, die bereits unsere Einrichtung besuchen und bei denen eine Behinderung oder eine Verhaltensoriginalität festgestellt wird, in der vertrauten Umgebung bleiben können und erfahren, dass sie willkommen sind und bleiben, so wie sie sind.

Bevor wir ein Kind in der Kita aufnehmen, bei dem bereits eine Behinderung oder Beeinträchtigung festgestellt wurde, führen wir mit den Eltern ein sehr ausführliches Aufnahmegespräch und sie erhalten die Möglichkeit mit ihrem Kind bei uns zu hospitieren bzw. einen Schnuppertag zu verbringen. Im Aufnahmeverfahren entscheidet die Integrationskraft in Zusammenarbeit mit dem Team und in Absprache mit dem Vorstand, ob die Kita sich in der Lage sieht, dem Kind mit seiner Behinderung gerecht zu werden. Sicherlich gibt es Kriterien, die sowohl von Elternseite als auch von unserer Seite gegen eine Aufnahme sprechen. In unserer Einrichtung wird dies vorwiegend durch die räumliche Ausstattung begründet sein.

Da wir in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht sind, haben wir nur einen geringen Veränderungsspielraum in Bezug auf räumliche Gegebenheiten. Bei rollstuhlgerechten Bedingungen wird es da z.B. schwierig. Es hängt auch von der Art und Schwere der Behinderung ab, ob ein Kind in unserer Kita angemessen und entsprechend seiner besonderen Bedürfnisse am täglichen Geschehen teilnehmen kann und ausreichend Förderung erfährt.

In der Gruppe von 20 Kindern im Alter von 3-6 Jahren können max. 3 Kinder mit besonderem Förderbedarf aufgenommen werden. Je nach Anzahl der Kinder mit gesondertem Förderbedarf beschäftigen wir zusätzlich eine Integrationskraft in der Gruppe mit entsprechender Stundenzahl.

Dabei geht es in erster Linie darum, die Bedingungen so zu gestalten, dass das einzelne Kind seinen Möglichkeiten entsprechend an den Aktivitäten in der Kita teilnehmen kann. Das kann je nach Entwicklungsstand und Bedürfnissen des Kindes eine unterstützende Begleitung in der Gesamtgruppe bedeuten, eine Förderung des gemeinsamen Spiels innerhalb einer  Kleingruppe oder auch die zeitlich begrenzte Beschäftigung mit dem einzelnen Kind. Letzteres kann z.B. angezeigt sein, wenn das Kind über längere Zeit mit der Teilnahme am Gruppengeschehen überfordert ist. Es kann auch sein, dass die Integrationskraft therapeutische Übungen mit dem Kind durchführt. Überwiegen sollte jedoch die Nutzung der Fördermöglichkeiten innerhalb des Gruppenverbandes und des alltäglichen Geschehens in der Kita, ohne dass das Kind sich in einer therapeutischen Situation erleben muss.

Einen großen Teil der Integrationsarbeit nehmen die Gespräche mit den Eltern ein. Ein regelmäßiger Austausch über die Entwicklung des Kindes ist sehr wichtig und auch das Einbeziehen der Eltern in die Förderplanung. Mitunter gehören auch Hausbesuche dazu. Die Fachkraft arbeitet eng mit der Leitung, der Gruppenleitung und den beiden Ergänzungskräften zusammen. Alle gemeinsam unterstützen das Kind, indem sie z.B. einen übereinstimmenden Umgang mit besonderen Verhaltensweisen entwickeln und dabei auch die anderen Kinder einbeziehen. 

Ziele, Entwicklungsschritte, das Wohlbefinden des Kindes mit Förderbedarf aber auch das Wohlergehen der anderen Kinder, wichtige Informationen aus dem Elternhaus oder von Kooperationspartnern sind Themen beim regelmäßigen Austausch der pädagogischen Mitarbeiter.

Die Integrationskraft nimmt, z.T. mit der Leitung gemeinsam, am Arbeitskreis für Integration teil, um über aktuelle fachliche, finanzielle und rechtliche Belange informiert zu sein. Außerdem kooperieren beide in Arbeitsteilung mit Frühförderstellen, Therapeuten und Ärzten. Wenn räumlich möglich, können therapeutische Angebote z.T. auch in der Kita stattfinden, um Eltern und Kindern Zusatztermine außerhalb zu ersparen und diese in den Kita-Alltag zu integrieren.

Die Integrationskraft nimmt an Fortbildungen teil und gibt wichtige Inhalte an das Gesamtteam weiter im Rahmen von Teamsitzungen oder Studientagen. Durch Elternabende oder einen „Tag der offenen Tür“ bekommen Eltern Einblick in die konzeptionelle Arbeit allgemein und als speziellen Teilbereich auch in die Integrationsarbeit. Wenn möglich beziehen wir unsere Kooperationspartner bei diesen Veranstaltungen mit ein.

Bei der Wahl der richtigen Schulform für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, sind die Integrationskraft und die Leitung beratend und unterstützend tätig und stellen u.U. auch den Kontakt zu entsprechenden Schulen her.

Durch unsere regelmäßigen Teamsitzungen, in denen das Thema Integration ein fester Tagesordnungspunkt ist, sind wir auch im Gesamtteam im regelmäßigen Austausch über Chancen, aber auch Schwierigkeiten in Bezug auf einen toleranten Umgang mit den „Andersartigkeiten“ der Kinder. Bei Bedarf nehmen auch die anderen pädagogischen Fachkräfte an speziellen Fortbildungen zum Thema Integration oder Inklusion teil oder es wird ein Teamtag angesetzt.

Durch unser persönliches Verhalten leben wir Kindern und Eltern Akzeptanz, Verständnis und auch das Gefühl für eine Bereicherung durch menschliche Vielfalt vor. Dies legt nahe, dass Kindertageseinrichtungen grundsätzlich offen für wirklich alle Kinder mit all ihren Behinderungen, Normalitäten und Originalitäten sein sollten.

„Inklusion beinhaltet zwingend vorurteilsfreie Bildung und Erziehung. Sie zielt darauf ab, allen Kindern Erfahrungen mit Vielfalt zu ermöglichen. Unterschiede fordern Kinder kognitiv und sprachlich heraus, wenn sie zum Vergleichen, Aufeinander beziehen, Differenzieren anregen. Sie sind der ideale Motor für Entwicklung, wenn Gespräche darüber in einer Sprache stattfinden, die anerkennend, respektvoll, einfach, sachlich, nüchtern und direkt ist.“

( vgl. Kobelt Neuhaus, D., 2008)

Inklusion setzt aber auch eine grundlegende Veränderung gesellschaftlicher Entwicklungen und Strukturen voraus, an denen wir in der Kita als ein System des Bildungswesens beteiligt sind.

Die enge Zusammenarbeit mit den Familien nimmt dabei einen ganz wichtigen Stellenwert ein.

„Bisher war es wichtig, dass jeder der anders ist, die gleichen Rechte hat. In Zukunft wird es wichtig sein, dass jeder das gleiche Recht hat, anders zu sein.“

 De Klerk, F.W.,1993

Jungen:

Ebenso wie bei den Mädchen, greifen wir auch bei den Jungen spezielle geschlechtsspezifische Themen und Vorlieben auf und setzen uns damit auseinander. Jungen kämpfen gerne, toben oft auch anders als Mädchen, sind manchmal ruppiger und lauter. Je älter sie werden, desto mehr grenzen sie sich auch gegen die Mädchen ab und es ist oft in ihren Gesprächen Thema, was sie besser können als die Mädchen oder anders machen. Wir werden dem in entsprechenden Angeboten gerecht und sind froh, auch einen männlichen Kollegen im Team zu haben, der manches besser nachvollziehen kann als die weiblichen Mitarbeiterinnen. Die Kita- Welt ist ja oft eine rein weibliche Angelegenheit.

Kinderrat:

Zu Beginn eines jeden Kita-Jahres wird in der Kita der Kinderrat gewählt. Alle 3-6jährigen sind daran beteiligt. Zunächst werden Kandidaten aufgestellt bzw. melden sich selbst und dann wird mit Glassteinen, Kastanien o.ä. abgestimmt. Es können max. 5 Kinder in den Kinderrat gewählt werden. Der Kinderrat trifft sich ca. einmal im Monat und bespricht wichtige Themen aus dem Kita-Alltag, z.B. die Gestaltung der Karnevalsfeier, des Sommerfestes oder die Qualität des Mittagessens mit der Kita-Leitung. Sie schreibt ein Protokoll der Sitzung und stellt dieses auch im Großteam vor. Zum Thema „Was soll im Garten anders werden? “ haben die Kinder ein Modell gebaut oder Bilder gemalt. Es wird also nicht immer nur gesprochen, sondern manches auch praktisch umgesetzt und anschaulich gestaltet. Die Bilder und Modelle wurden sowohl im Team als auch den Eltern vorgestellt und es wurde auch einiges davon realisiert. Auch einen Brief an den Oberbürgermeister hat der Kinderrat mit Hilfe der Kita-Leitung schon verfasst.

Für die 1-2jährigen Kinder gibt es im Alltag viele, kleine Möglichkeiten der Beteiligung und Mitsprache, ob bei der Gestaltung des Raumes, des Tagesablaufes, der Auswahl des Spielmaterials oder der Gestaltung des Morgenkreises. Natürlich können die Jüngsten sich auch an den Kinderrat wenden und etwas für eine Sitzung einbringen, wenn sie möchten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass das Gremium „Kinderrat“ jedoch insgesamt eher für die 3-6jährigen Kinder geeignet ist.

Kindeswohl:

Die Kita Ramba Zamba hat im März 2014 eine Generalvereinbarung mit der Stadt Bielefeld unterzeichnet zum gemeinsamen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung gem. §§ 8a und 72a SGB VIII. Einige pädagogische Mitarbeiterinnen nehmen dazu regelmäßig an Fortbildungen teil und sind verpflichtet, das Jugendamt oder andere Kooperationspartner zu kontaktieren, wenn sie das Kindeswohl gefährdet sehen. Natürlich sind auch in diesem Fall zunächst immer die Eltern erste und wichtigste Ansprechpartner und erst wenn vereinbarte Hilfen nicht in Anspruch genommen werden, wird das Jugendamt informiert.

Könner-Club:

Der Könner-Club ist entstanden in Anlehnung an das „Ich Schaffs-Programm“ von Ben Furman. Ben Furman ist ein finnischer Kinder-und Jugendpsychiater, der eine Methode für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entwickelt hat, bei der es darum geht, Probleme umzuwandeln in zu erlernende Fähigkeiten. Durch ihre systemische Ausbildung hat die Kita-Leiterin Ben Furman und seine Arbeit kennengelernt und daraus eine eigene Form der Methode speziell für Kita-Gruppen entwickelt. Es ist für Kinder oft einfacher, sich in einer kleinen Gruppe dem Erlernen einer Fähigkeit zu widmen, weil die anderen es ja auch tun. Sehr spielerisch und sehr individuell begeben sich die Kinder auf die Suche nach einer Fähigkeit, die sie gerne erlernen möchten.

Der Könner-Club ist ein Projekt speziell für die zukünftigen Schulanfänger. Das Projekt läuft über viele Monate und endet mit den jeweiligen Feiern zur erlernten Fähigkeit. Entscheidend ist dabei, dass die Kinder wirklich bestimmen, welche Fähigkeit sie lernen möchten, wer ihre Helfer sind, welches Krafttier sie nehmen, mit wem und wie sie am Ende feiern möchten. Bei manchen Kindern werden die Eltern oder Erzieher mit einbezogen, bei anderen gar nicht. Da sind die Helfer Kinder. Ziel ist es, den Kindern eine Methode mit auf den weiteren Lebensweg zu geben, durch die sich Probleme verwandeln lassen, in zu erlernende Fähigkeiten. Es geht in dem Projekt viel darum, was die Kinder schon können. Die Selbsteinschätzung, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen werden gefördert. Die Kinder erleben, dass sie es schaffen können, etwas zu verändern, zu verbessern, zu erlernen.

Kooperationspartner:

Wir arbeiten zusammen mit verschiedenen Grundschulen in Bielefeld, Frühförderstellen, dem Jugendamt und bei Bedarf auch mit Ärzten und Therapeuten, sowie mit anderen Kindertagesstätten.

Krankheiten:

Kinder können krank werden. Besonders im Kleinkindalter bekommen sie eine Vielzahl von Infektionen und auch die Erwachsenen stecken sich manchmal an. Genauere Informationen bietet das Informationsblatt zum Infektionsschutzgesetz, das alle Eltern mit Eintritt ihres Kindes in die Kita erhalten. Wichtig ist, dass kranke Kinder in der Kita abgemeldet werden und bei ansteckenden Krankheiten auch eine entsprechende Information an die Kita geht. Kranke Kinder gehören grundsätzlich nicht in die Kita. Deshalb rufen wir unverzüglich bei den Eltern an, sollte ein Kind Fieber oder Durchfall haben oder erbrechen müssen. Auch wenn Kinder über starke Schmerzen klagen oder sich offensichtlich körperlich nicht wohl fühlen, rufen wir auf jeden Fall die Eltern an.

Küche:

In unserer geräumigen Küche, mit dem Flair einer längst vergangenen Zeit, wird jeden Tag frisch gekocht. Es wird jede Woche ein Speiseplan erstellt, der auch im Vorraum der Küche einzusehen ist. Die Lebensmittel werden von der Köchin mal im Supermarkt, mal im Bioladen eingekauft, möglichst aus regionalem Anbau. Das Mittagessen wird nach den Erkenntnissen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung für Kinder von 1-6 zusammengestellt. Vorlieben und Wünsche der Kinder finden dabei ebenso Beachtung wie Allergien und andere Unverträglichkeiten. Wenn die Köchin krank ist oder in Urlaub, können wir auf zwei angelernte Vertretungskräfte oder im Ausnahmefall auch mal auf einen Caterer zurückgreifen.

Langeweile:

Manchmal sehnen wir Erwachsenen uns nach diesem Zustand zurück, den wir aus Kindertagen als bleischwer und zäh in Erinnerung haben. Vielfach scheint Langeweile in unserer Gesellschaft  geradezu angstbesetzt zu sein. Uns ist es wichtig, dass Kinder auch hin und wieder Langeweile erleben und lernen sie auszuhalten, um daraus wieder neue Kreativität zu entwickeln. Wir verstehen uns nicht als „Animateure“ und „Bespieler“ der Kinder. Aus sich selbst heraus Ideen entwickeln zu können, ist eine besondere Fähigkeit, die Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und Kinder immer wieder neu „ ins Spiel“ bringt. Nicht alle Kinder können heute noch aus sich heraus spielen und brauchen deshalb  Hilfe dabei. Viele entwickeln aber aus dem Zustand der Langeweile heraus neue Spielideen, neue Motivation und neuen Antrieb.

Lesepaten:

Seit mehreren Jahren haben wir in der Kita engagierte Eltern, die regelmäßig einmal in der Woche für die Kinder vorlesen. Die jeweiligen Eltern haben eine Vereinbarung mit der Freiwilligen Akademie Ostwestfalen Lippe unterzeichnet, dass sie im Rahmen des Sprachförderprogramms „(Vor-) Lesen macht stark!“ eine Lese-Sprach-Patenschaft übernehmen. Von der Freiwilligen Akademie werden dazu auch Fortbildungen angeboten und Informationsveranstaltungen.

Mädchen:

Auch für die Mädchen in unserer Kita gibt es geschlechtsspezifische Angebote oder Projekte. So gab es z.B. die „Mädchenwaldgruppe“, die sich in unserem kleinen Wäldchen - ganz ohne Jungen-  regelmäßig zum Thema Elfen, Feen usw. traf. Die Themen und Angebote entwickeln wir in jedem Jahr wieder neu mit den entsprechenden Mädchen.

Mittagessen:

Das Mittagessen wird wie alle anderen Mahlzeiten in den jeweiligen Gruppenräumen eingenommen. Näheres dazu unter „Küche“ bzw. unter „Gruppen“.

Musik:

Musik begleitet uns durch den Alltag in vielfältiger Form (s. Bildungsbereich 7: Ästhetische Bildung). Lange Zeit gab es in der Einrichtung zusätzlich eine spezielle musikalische Frühförderung, zu der Eltern ihre Kinder bei Interesse anmelden konnten. Dazu kamen einmal in der Woche ein Musikpädagoge/eine Musikpädagogin in die Kita. Aktuell ist es so, dass sich aus dem pädagogischen Team einige Mitarbeiterinnen schwerpunktmäßig der musikalischen Frühförderung widmen, so dass sie alltagsintegriert stattfinden kann und nicht an einen festen Wochentag und eine starre Uhrzeit gebunden ist.

Nachmittagssnack:

Zwischen 14:15Uhr (in der Dinogruppe) und 14:45Uhr (in der Drachengruppe) gibt es für die Kinder einen Nachmittagssnack. Dazu gehören Getränke, Obst, manchmal auch Brote oder anderes Gebäck. Die Kinder helfen auch hin und wieder bei den Vorbereitungen für den Nachmittagssnack mit.

Notgruppe:

In den Sommerferien haben wir in der Regel eine Woche lang komplett geschlossen und zwei Wochen lang bieten wir eine Notgruppe für maximal 15 Kinder an. Die Eltern können ab Januar ihre Kinder für die Notgruppe anmelden. Die konkreten Schließdaten für das jeweilige Kita-Jahr werden bei der Mitgliederversammlung beschlossen.

Offene Arbeit“:

Unter „Pädagogische Grundlagen“ ist bereits umrissen, wie wir den Begriff „Offene Arbeit“ für unsere Kita verstehen. Die Öffnung erweitert sich natürlich, je älter die Kinder werden. In der Drachengruppe können Kinder ihren „Meister“ machen in bestimmten Tätigkeitsbereichen und dadurch ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auch an andere weitergeben. Nach dem Morgenkreis können sie sich für verschiedene Spielbereiche oder Angebote entscheiden und die Kollegen sind spezialisiert für bestimmte Bildungsbereiche. Die „Öffnung“ bei den älteren Kindern umfasst auch das nähere und später auch das etwas weitere Umfeld (Ausflüge, Exkursionen u. ä.) Für die 3 und 4jährigen Kinder beider Gruppen gibt es übergreifende Angebote. Im Außenbereich begegnen sich die Kinder beider Gruppen täglich und spielen auch miteinander. Bei Aktionen mit allen Kindern, wie das gemeinsame Singen, bekommen die Kinder ein Gefühl für das große Ganze der Kita.

Der wesentliche Aspekt der „Offenen Arbeit“ ist für uns jedoch die Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder in allen Bereichen (s. Partizipation).

Ordnung:

Jede Gruppe hat ein eigenes Ordnungssystem, das dem Entwicklungsstand der Kinder entspricht, damit sie auch wirklich eine Chance haben aufzuräumen und selbstständig Spielmaterialien auszuwählen. In manchen anderen Bereichen der Kita sind wir auf die Mitarbeit von Eltern angewiesen. Dies betrifft die Eigentumsfächer der Kinder und den gesamten Garderobenbereich. Wenn Eltern ihre Kinder abholen, sollten sie in regelmäßigen Abständen dort einmal „ausmisten“. Die Kleidung sollte der Jahreszeit entsprechend und in der passenden Größe am Haken hängen, die Puschen bzw. Schuhe beim Bringen und Abholen unter den Haken gestellt werden, (eine unglaub-liche Zeitersparnis für unsere Raumpflegerin, die unmöglich die Schuhe der Kinder kennen kann und sie  irgendwo einräumt, was wieder zu Suchaktionen am Morgen führt).

Für die „Drachenkinder“ gibt es einen Schrank in der Garderobe mit Fächern für Wechselsachen, die „Dinokinder“ haben ihre Wechselsachen im Wickelbereich oder in den Holzfächern über den Garderobenhaken.

Partizipation:

Da wir konzeptionell einige Elemente der „Offenen Arbeit“ in unserer Kita mit den Kindern (er)leben, ist Partizipation schon immer ein wichtiges Thema für uns gewesen.

Durch den „situationsorientierten Ansatz“, dem wir uns ebenfalls verbunden fühlen, ist uns die Lebens-und Erfahrungswelt der Kinder besonders wichtig und wir beziehen die Kinder täglich in Entscheidungsprozesse und die Gestaltung des Alltags mit ein. Einmal im Jahr wird ein Kinderrat gewählt, der sich aus 4-6jährigen Kindern zusammensetzt, die von den anderen Kindern als  ihre Vertreter gewählt werden. (s. „Kinderrat“) Wir führen auch immer mal wieder in kindgerechter Form Befragungen durch, z.B. zum Thema Mittagessen oder zur Raumgestaltung. Alle 14 Tage gibt es eine Kindersprechstunde. Wir sind offen für die Ideen, Wünsche und Beschwerden der Kinder und setzen diese auch um. Wir sind offen für Besonderheiten, Anderssein und Querdenken und versuchen gemeinsam zu verstehen, voneinander und miteinander zu lernen.

Portfolios:

Durch die Portfolioarbeit begleiten wir die individuellen Lernschritte der Kinder von Anfang an.

Je älter die Kinder werden, desto größer ist ihr eigener Anteil an der Gestaltung der „Ich-Bücher“. Es werden Fotos, Bilder, Geschichten, Erlebnisse, Fragen, Gespräche u.v.m. gesammelt, um ein vielfältiges Sammelalbum der kindlichen Entwicklung zu erhalten. Bei den Kindern werden das Selbstbewusstsein und die Lernmotivation und auch die Nachhaltigkeit von Bildungserfahrungen gesteigert. Fähigkeiten und Entwicklungsschritte erfahren eine große Wertschätzung und die Kinder erleben, dass ihr Handeln eine Bedeutung hat. Im Gespräch mit den Eltern sind die Portfolios ein anschauliches Medium, um die (Selbst-)Bildungsprozesse der Kinder sichtbar zu machen.

Praktikanten: 

In steter Regelmäßigkeit absolvieren Praktikanten verschiedener Schulen ein Praktikum bei uns. Die verantwortungsvolle Begleitung der Schüler und Schülerinnen ist uns sehr wichtig. Jede Praktikantin/ jeder Praktikant bringt immer auch neue Impulse für die gesamte Kita mit und wir ermöglichen im Gegenzug einen möglichst realistischen Einblick in den Berufsalltag einer Erzieherin/eines Erziehers.

Projekte:

Durch Beobachtung, Gespräche, die Portfolioarbeit und den täglichen Dialog mit den Kindern entstehen Themen, die für die Kinder bedeutsam sind. Aus diesen Themen können sich Projekte entwickeln, die über längere Zeiträume durchgeführt werden. Diese Projektarbeit  entspricht besonders den etwas älteren Kindern, die schon über mehrere Tage oder Wochen in Themen-bereiche eintauchen können und sich somit auch vertiefend mit Inhalten auseinandersetzen. Aber auch für die jüngsten Kinder gibt es schon kleine Projekte, wie z.B. die Erfahrungen mit ganz bestimmten Materialien. Projektarbeit ist ein weiterer Aspekt, um Bildungserfahrungen nachhaltig zu gestalten.

Qualitätssicherung:

Unter dem Aspekt der Qualitätssicherung nehmen alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig an Fortbildungen teil. Zweimal im Monat findet eine Großteamsitzung statt, in der u.a. auch die Inhalte und die zeitliche Vereinbarkeit der Weiterbildungen abgestimmt werden. Einmal im Jahr führt die Kita-Leitung ein Mitarbeitergespräch mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Sie selbst nimmt viermal im Jahr an einer Supervisionsgruppe mit mehreren Kita-Leitungen teil und regelmäßig an den Leitungsarbeitskreisen mit der Fachberatung. Parallel zu den Großteamsitzungen treffen sich die Kleinteams vierzehntägig. Zweimal im Jahr werden Studientage im Team durchgeführt.

Im Rahmen all dieser Gespräche, Arbeitsgruppen und Fortbildungen wird auch kontinuierlich an der Überprüfung und Weiterentwicklung der Konzeption gearbeitet.

Dies geschieht unter regelmäßiger Einbeziehung der Eltern. Die Kita-Leitung trifft sich einmal im Monat mit dem Elternrat und auch mit dem Vorstand. Im Rat der Einrichtung, der ebenfalls in regelmäßigen Abständen einberufen wird, werden spezielle konzeptionelle Belange besprochen. Über gravierende Änderungen der Konzeption wird in der Mitgliederversammlung abgestimmt. Darüber hinaus bieten wir mehrmals im Jahr Elternabende zu pädagogischen Themen an, tauschen uns in Elterngesprächen mit den Eltern auch über die pädagogische Arbeit insgesamt aus und führen sowohl bei Eltern als auch bei Kindern Befragungen durch, die uns eine Evaluation der Arbeit ermöglichen.

Ein Gremium zur Qualitätssicherung im Zusammenhang mit Kritik von Kindern ist auch der „Kinderrat“, der sich einmal im Monat trifft, sowie die Kindersprechstunde alle 14 Tage.

Quatschmachen:

Quatschmachen ist für Kinder und Erwachsene enorm wichtig und gehört bei uns zur Lebensbildung und zu einer der Basiskompetenzen, die wir Kindern vermitteln möchten. Quatschmachen entspannt, lockert auf und macht wieder aufnahmefähig für den  „Ernst“ des Lebens. Einzige Regel: Quatsch wird nicht auf Kosten anderer gemacht!

Räume:

Wir haben insgesamt ca. 350 Quadratmeter im Erdgeschoss der Hallbrockschen Villa für unsere Kindertagesstätte zur Verfügung.

Im Eingangsbereich befinden sich Infotafeln, auf denen der Besucher das Team, den Vorstand, den Elternrat, sowie den Kinderrat fotografisch festgehalten sieht. Aus den einzelnen Abteilungen gibt es dort wichtige Mitteilungen und Aktuelles.

Rechts vom „Schwarzen Raum“ wie eine Mutter dieses dreidimensionale schwarze Brett einmal nannte, geht es in einen kleinen Flur, der als Erziehergarderobe dient und noch einen abgeteilten Aufenthaltsbereich hat. Dieser wird ab und zu von Eltern oder Erziehern genutzt.

Direkt daneben befindet sich die große Küche mit separater Speisekammer und einem separaten Putz- und Waschraum. In der Küche wird das Mittagessen jeden Tag zubereitet, aber auch mit Kindern pädagogisch gekocht - an der Küchenzeile in Kinderhöhe.

Vom Eingangsbereich geht es geradeaus in die Garderobe der Kinder, die sehr geräumig ist und daher auch für Bewegungsangebote und zum Rollenspiel genutzt wird. In der hinteren Ecke wechseln Rollenspiel-Utensilien nach Interesse der Kinder. Mal gibt es dort eine Verkleidungsecke, dann eine Pizza-Bude, dann wieder eine Puppenecke.

Vorne links geht es von der Garderobe in den Sanitärbereich der Kinder mit 3 Toiletten, einem Wickelbereich mit Dusche und 3 kleinen Handwaschbecken. Auch die Personaltoilette befindet sich hier. Im Raum nebenan ist das Büro und Mitarbeiterzimmer, das auch als Gesprächsraum und Pausenraum genutzt wird.

Eine Tür weiter geht es in einen kleinen Mehrzweckraum, der durch zwei Flügeltüren einen direkten Zugang zur Terrasse bietet. Die Kinder haben ihn „Kalenderraum“ genannt. Hier hängt auch der Geburtstagskalender der Drachengruppe. Die Drachen-Kinder frühstücken hier, essen zu Mittag und nehmen den Nachmittagssnack hier ein. Auch die Geburtstagskreise finden hier statt. Darüber hinaus wird der Raum sehr vielfältig genutzt: für Kleingruppenangebote aller Art, Therapieeinheiten oder im Freispiel zum Bücher angucken, Gesellschaftsspiele machen oder Höhlen bauen. Durch den Wasseranschluss, die dezente Möblierung und den direkten Terrassenanschluss bietet er unzählige Möglichkeiten der Nutzung.  

Weiter geht es in einen Flurbereich, der zwischen Dino-und Drachengruppe liegt. Dort steht ein großer Materialschrank für beide Gruppen, in dem Musikinstrumente, Spiele, Tonkarton und andere Verbrauchsmaterialien gelagert werden.

Links davon geht es in die Drachengruppe, zunächst in einen Durchgangsflur. Hier befindet sich eine Mal- und Bastelecke. Rechts geht es in den Gruppenraum, der durch 2 Schiebetüren auch komplett zu schließen ist. Der Raum hat einen Erkerbereich, der als großer Bauteppich genutzt wird.

Im anderen Teil des Raumes befindet sich eine zweite Ebene, mit einer Treppe, als Rollenspielbereich. Es gibt eine Lesehöhle, eine Kuschel- und Kissenecke, eine freie Fläche, auf der auch die Morgenkreise stattfinden, einen großen Spiegel und viele, wechselnde Spielmaterialien, mit den die Kinder den Raum und die Spielinhalte gestalten können.

Direkt neben der Drachengruppe befindet sich der Gruppenraum der Dinos. Die Verbindungstür ist verschlossen. Die Eingangstür geht vom Flur aus in den Raum. Der Raum selber ist rechteckig und hat keine Erker oder etwas Ähnliches. Dies ist sehr passend für die Kleinkindgruppe, da sie die Erzieher von überall sehen können und umgekehrt. Der Raum ist möbliert mit zwei ovalen Tischen in verschiedenen Höhen. Die Kinder haben ihn "Schmetterlingsraum" genannt. Er bietet die Möglichkeit zum Frühstücken, Mittagessen und für den Nachmittagssnack, aber dazwischen auch zum Basteln, Malen und Rollenspiel. Jenseits der Mahlzeiten können die Kinder ihn frei nach ihren Ideen gestalten und nutzen bzw. dort an Angeboten und Kleingruppenaktivitäten teilnehmen. Durch wechselnde Materialien kann er ähnlich wir der Kalenderraum sehr vielfältig genutzt werden.

Durch eine Tür an der Seite gelangt man in den Schlafraum, an den sich ein großer Wickelbereich mit zwei Wickelplätzen anschließt. Durch einen Vorhang kann dieser Bereich auch völlig abgetrennt werden. Im Schlafraum gibt es verschiedene Bettmodelle für die unterschiedlichen Vorlieben der Kinder. Direkt nebenan ist noch ein kleiner, weiterer Nebenraum, der sowohl vom Gruppenraum als auch vom Flur zu erreichen ist. Die Kinder haben ihn „Schlaf-Spiel-Raum“ genannt. Er bietet Möglichkeiten zum Spielen, Essen und auch Schlafen. Es gibt zwei Waschbecken mit Arbeitsplatte, eine Kuschelecke, eine Puppenecke und Matratzen zum Schlafen oder Kuscheln. So können wir auch den verschiedenen Essens-und Schlafzeiten der sehr jungen Kinder gerecht werden und dem Ruhebedürfnis aller anderen, die sich hier vom gesamten Gruppengeschehen etwas zurückziehen möchten.

Regeln:

Bis auf die grundlegenden Regeln, dass kein Kind alleine die Kita verlässt, niemand einem anderen mit Absicht Schmerzen zufügt oder ihm etwas wegnimmt, dass zu seinem persönlichen Eigentum gehört, besprechen wir alle weiteren  Regeln mit den Kindern in der Gruppe und legen sie gemeinsam fest. Es ist uns wichtig, dass die Regeln für die Kinder nachvollziehbar sind und eine Bedeutung für sie haben und somit können sich Regeln unter Umständen im Verlauf eines Kita-Jahres  ändern. Ebenso wichtig ist es uns, dass es immer auch mal Ausnahmen von Regeln geben kann und dies natürlich mit den Kindern besprochen wird.

Rolle der Erzieher:

Wir verstehen uns als  Assistenten und Begleiter der Kinder. Unsere Hauptaufgabe sehen wir in der kontinuierlichen, professionellen und anteilnehmenden Beobachtung der Kinder. Auf deren Grundlage entscheiden wir im täglichen Miteinander, welche Impulse wir geben, für wen wir als Spielpartner zur Verfügung stehen, welche gezielten Angebote wir durchführen, wann wir ins Spielgeschehen eingreifen oder wann wir „Standby“ bleiben. Von den Beobachtungen und Dokumentationen ist abhängig, welche Materialien und Methoden wir für einzelne Kinder wählen, ob wir in kleinen oder größeren Gruppen etwas anbieten, welchen Inhalte und Themen wir uns mit den Kindern widmen. Natürlich spielen dabei auch die Interessen der Kinder eine sehr große Rolle, die wir regelmäßig  durch Gespräche, Befragungen u.a. mit den Kindern gemeinsam ermitteln und festhalten. Daneben gehört die bewusste und gezielte Gestaltung der Räume zu unseren Aufgaben, das Vorleben eines empathischen, respektvollen, sozialen Miteinanders, wie auch des wertschätzenden, bewussten  Umgangs mit Materialien, Lebensmitteln und den Ressourcen unserer Erde im allgemeinen. Die Eltern sehen wir dabei als unsere nächsten und wichtigsten Erziehungspartner an (s. Elternarbeit).

Schulanfänger:

Schulanfänger, so nennen wir die Kinder, die als nächste in die Schule kommen. Das sind die Großen, die ältesten Kinder in der Kita. Auch in diesem letzten Jahr bleiben wir sehr nah bei den jeweiligen Kindern. Wir besprechen mit ihnen, was ihnen noch wichtig  ist, welche Themen sie gerne in einem Projekt wiederfinden würden. Manchmal geben die Kinder sich auch noch selbst einen Gruppennamen, z.B. „Die Eulengruppe“. Natürlich geben wir auch Impulse oder arbeiten mit einzelnen Kindern auf der Grundlage unserer Beobachtungen.

In der Regel gibt es mehrere, besondere Aktionen mit den Kindern, die ihren Themen, Interessen und auch ihnen als Gruppe entsprechen. Die Anzahl der Schulanfänger variiert mitunter recht stark. Zu den Aktionen können Ausflüge, Workshops oder Projekte gehören.

Für die Eltern der Kinder gibt es einen gesonderten Elternabend zu Beginn des Jahres und ein weiteres Treffen im zweiten Halbjahr. Dort wird alles Wichtige besprochen, was in dem Jahr passieren wird, die Ideen der Kinder werden vorgestellt und es wird natürlich auch mit den Eltern abgestimmt, ob es einen Schultüten-Bastelabend geben soll, wie die Verabschiedung der Kinder ablaufen soll u.v.m. Beim Sommerfest am Ende des Kita-Jahres haben die Kinder oft einen eigenen, besonderen Part.

Da wir Kinder aus dem ganzen Stadtgebiet in unserer Kita betreuen, die auch meistens in sehr viele, verschiedene Grundschulen wechseln, arbeiten wir im Wesentlichen mit den Grundschulen in der näheren Umgebung zusammen. Wir sind aber immer auch interessiert eine neue Schule kennenzulernen oder in Kontakt zu treten. Verschiedene Schulleiter oder Lehrer  sind auch schon zu uns in die Kita gekommen, haben am Elternabend teilgenommen und sich die Kita angesehen, was uns immer sehr gefreut hat.

Situationsorientierter Ansatz:

Zum „Situationsorientierten Ansatz“ in unserer Kita gibt es nähere Ausführungen in den

“pädagogischen Grundlagen“. Auch dieser Ansatz hat sich  in vielen Jahren der praktischen Umsetzung verändert und ist inzwischen eher dem „Kind zentrierten Ansatz“ gewichen. Das einzelne Kind mit seiner speziellen Entwicklung, seinen Bedürfnissen, seinem familiären Umfeld steht im Zentrum unserer Arbeit. Daher gibt es bei uns auch kein Programm, keine festgelegten Angebote, die wir Jahr für Jahr in gleicher Form abarbeiten. Es ist nicht unser Ziel, möglichst viele Events und vermeintliche Höhepunkte für die Kinder zu organisieren. 

Was Kinder immer wieder klar benennen, dass sie viel selbstbestimmte Zeit brauchen, dass ihre Themen sich im Alltag der Kita wiederfinden sollen. Darum sind wir mit ihnen in einem stetigen Dialog und gestalten, planen gemeinsam die Tage und Wochen des Jahres. Die Bedürfnisse, Interessen, Gefühle, Gemütszustände der Kinder stehen dabei an erster Stelle.

Spielen:

„Der Mensch hört nicht auf zu spielen, weil er älter wird. Er wird alt, weil er aufhört zu spielen.“

Oliver Wendell Holmes

Das kindliche Spiel ist die Voraussetzung und der Nährboden für den Erwerb schulischer Fähigkeiten, beruflicher Fertigkeiten und es ist von entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen. Jedes Kind lernt auf seine individuelle Weise und in seinem individuellen Zeitrahmen und folgt dabei seinen besonderen Interessen und Spielinhalten, die für dieses einzelne Kind bedeutsam sind. Deshalb bieten wir Kindern möglichst viele, verschiedene Spielanlässe und Spielvarianten und beobachten die Kinder in ihrem Spielverhalten. Die Spielfähigkeit der Kinder ist heute nicht mehr unbedingt grundsätzlich gegeben, sondern muss vielfach erst aufgebaut werden. Trotz oder gerade wegen eines sehr großen Angebotes von Spielmaterialien langweilen Kinder sich mitunter und kommen nicht ins Spiel. Wir bringen uns aktiv als Spielpartner ins Spiel mit ein, um Anreize zu bieten und Kinder zum Spiel zu motivieren. Der Zweck des Spiels sollte dabei immer in der Spannung und der Freude liegen und nicht mit gezielten Lerninhalten befrachtet sein. Spielen bedeutet, kreativ zu sein, andere nachzuahmen, Rollen auszuprobieren, Ideen einzubringen, Gefühle auszudrücken, Bedürfnisse wahrzunehmen, in sozialen Kontakt zu treten u.v.m. Spielen ist Lernen und muss als solches ernst genommen werden.

Im Spiel werden Ausdauer, Konzentration, Lösungsorientiertheit und Anstrengungsbereitschaft gefördert. Durch Ausprobieren, Wiederholen, mit anderen abstimmen und ausdiskutieren entstehen Erkenntnisse und Wissen, die verinnerlicht werden. Das freie Spiel ist von wesentlicher Bedeutung in den Jahren vor der Einschulung. Die Kinder lernen ohne ständiges Vergleichen und Konkurrieren und ohne Druck, sondern mit Spaß und Vertrauen. Deshalb gibt es bei uns keine „Vorschulprogramme“ im herkömmlichen Sinne. Wir treten immer wieder neu in den Dialog mit den jeweiligen Kindern und entwickeln mit ihnen zusammen Spiele und Angebote, die ihren persönlichen Interessen und Bedürfnissen entsprechen. Ein Kind, das intensiv spielt, lernt immer.

Sprachförderung:

In unserer Kita führen wir Sprachförderung alltagsintegriert durch. Wir haben zwei Sprachförder-kräfte im Team, die bisher wechselweise mit den Kindern, für die nach dem Delfin- Test eine Sprachförderung empfohlen wurde, gearbeitet haben.

Da wir meistens nur einzelne Kinder  in der Einrichtung haben, die gar kein Deutsch können oder grundsätzlich Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, wird die Förderung immer integriert in den Alltag, da uns Einzelförderungen wenig sinnvoll erscheinen. Wir arbeiten seit Jahren mit Seldak bzw. Sismik und auch in der Münsteraner Entwicklungsspirale findet sich der Sprachstand wieder. Somit haben wir ein breitgefächertes Sprachbeobachtungssystem in unserer Einrichtung. Darüber hinaus sind  Sprachbildung und Sprachförderung Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit.

Es gibt seit Jahren Lesepaten in unserer Einrichtung, die einmal wöchentlich zum Vorlesen in die Kita kommen (s. Lesepaten). Grundsätzlich wird in den Gruppen viel vorgelesen bzw. es werden Bilderbücher gemeinsam angesehen. Es gibt eine Bibliothek  und die Kinder können sich Bücher ausleihen. Wir fahren mit Kindern in die Stadtbibliothek oder in die Buchhandlung, um Bücher auszusuchen, die sie interessant finden. Wir richten Schreibwerkstätten ein, schaffen im Alltag ganz unterschiedliche Sprachanlässe, beschäftigen uns mit Schriftzeichen, Schriftbildern, haben Vieles in der Kita beschriftet, damit Kinder früh Kontakt zur Schrift bekommen und sich Schriftbilder einprägen. Beim Kochen, Malen, Singen, Theaterspielen, Werken, Matschen, im Rollenspiel usw. begegnen Kinder jeden Tag Sprache, benutzen sie, verfeinern sie. Wir begleiten sie dabei und machen Sprechen und Sprache bewusst. Wir haben Kolleginnen, die an Literacy - Fortbildungen teilgenommen haben oder sogar Literaturwissenschaften studiert haben. Sprache, Sprechen und Literatur ist uns wichtig und daher fester Bestandteil jedes Kita-Tages. Wenn es für die Kinder von Bedeutung ist, beschäftigen  wir uns  mit Fremdsprachen oder fremden Schriften. Entscheidend ist, wie in unserer gesamten Arbeit, immer das Interesse der Kinder, die Bedeutsamkeit für einzelne Kinder. Dies ist unsere Richtschnur. Sprache soll lebendig erlebt werden, mit Freude, mit allen Sinnen und in vielen, vielen Facetten.

Tagesablauf:  (s. Gruppen)

Trinken:

Trinken können die Kinder bei uns  jederzeit. Es stehen in beiden Gruppenräumen immer Wasser und Becher bereit, zum Frühstück auch Tee und Milch. Am Nachmittag gibt es oft auch zusätzlich noch Tee. Damit ist gewährleistet, dass die Kinder immer auseichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Urlaub:

Urlaub brauchen Eltern, Kinder und Erzieher. Wir haben eine Woche im Sommer komplett geschlossen, zwischen Weihnachten und Neujahr und an zwei Studientagen im Jahr. Im Sommer gibt es neben der Schließwoche noch zwei Notgruppen - Wochen, in denen Eltern insgesamt 15 Kinder für die Betreuung anmelden können. Ansonsten verteilt sich der Urlaub der pädagogischen Mitarbeiter, der Kinder und Eltern über das ganze Jahr. Das bietet und fordert viel Flexibilität in der Planung und in der Besetzung des Personals über das Jahr.

Verträge:

Verträge sind trotzdem wichtig. Deshalb wird zwischen der Kita und den Eltern ein Betreuungs-vertrag geschlossen. Diesen unterschreiben die Eltern und der Vorstand zu Beginn der Kinder-gartenzeit. Es ist sinnvoll, diesen Vertrag genau zu lesen, denn die Vertragsbedingungen sind bindend für alle, die ihn unterschrieben haben.

Vertrauen:

Vertrauen ist die grundlegende Voraussetzung für eine gute pädagogische Arbeit in der Kita und für alle dort entstehenden Beziehungen. Kinder spüren, ob wir Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben und ihnen etwas zutrauen. Für eine konstruktive Zusammenarbeit ist gegenseitiges Vertrauen im Team wichtig, ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Erziehern, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Kindern und Erziehern.

Wieso, weshalb, warum:

Die Kinder stellen viele Fragen, um möglichst viel Wissen zu erlangen. Das ist  wichtig und fordert uns manchmal ganz schön heraus. Auch Eltern haben manchmal Fragen und wir möchten sie ermutigen, diese Fragen zu stellen. Manchmal können wir sie nicht sofort beantworten, aber vielleicht etwas später. Fragen sind oft ein willkommener Einstieg in einen Dialog und beugen vorschnellen Beurteilungen oder Verurteilungen vor.

XY-Ungelöst:

Auch das passiert manchmal: Dinge verschwinden, Menschen verhalten sich rätselhaft, für ein Problem gibt es keine wirkliche Lösung...es menschelt so vor sich hin. Wir finden: das ist das Leben und eine fehlerfreundliche Haltung erleichtert den Alltag ungemein!

Zeit:

„Als Gott die Zeit schuf, schuf er viel davon“

Irisches Sprichwort

Kinder leben im Gegensatz zu uns noch völlig im Augenblick. Für sie zählt das, was jetzt ist. Erst gegen Ende der Kita-Zeit entwickelt sich bei den Älteren eine Ahnung von Zukunft und Vergangenheit. Es ist wichtig, dass wir diesen Unterschied respektieren. Wir selbst können als Erwachsene ungemein davon profitieren, weil wir diese Fähigkeit leider im hektischen Alltag oft völlig verloren haben. Wir wissen alle, dass sich Zeit auch für uns unterschiedlich lang anfühlt. Wenn wir auf etwas warten müssen, kriecht die Zeit dahin wie eine Schnecke. Haben wir es eilig, rasen die Minuten nur so dahin. Jedes Kind braucht auch für Lernerfahrungen länger oder kürzer, ist insgesamt schneller oder langsamer. Kindern ihre Zeit zu geben ist uns ein großes Anliegen, sie nicht schnell abzufertigen, zu überholen; denn nur so verfestigen sich ihre wichtigen Erfahrungen und Eindrücke.

Es ist schön und bereichernd Zeit zu verschenken - besonders an Kinder: für ein Gespräch, eine Geschichte, gemeinsames, schweigendes Staunen, gemeinsame Spiele, einfach nur mal vor sich hin träumen oder träumen lassen. Das ist unsere abschließende Empfehlung an uns selbst, alle Kollegen, Eltern und Großeltern.

Ziele:

Die wichtigsten Ziele für unsere Arbeit sind im Leitgedanken zu Beginn der Konzeption beschrieben. Darüber hinaus formulieren wir im Laufe des Jahres viele, viele Grob- und Feinziele für die Arbeit mit den Kindern, für die Gestaltung der Räume, für die Auswahl der Materialien, zur Gesprächsführung im Team, bezüglich der Elterngespräche, zu Aktionen, Festen und Feiern usw. Anhand der Zielformulierungen können wir unsere Arbeit reflektieren und immer wieder entsprechend verändern, um sie qualitativ kontinuierlich zu verbessern. Deshalb fragen wir gerne und ausdauernd nach dem Warum und dem Ziel von Vorschlägen, Ideen, Angeboten – egal, ob sie von uns, Kindern oder Eltern kommen.

Dabei haben immer die Auswirkungen auf die Kinder oberste Priorität und die Bedeutsamkeit für die jeweiligen Kinder, die aktuell in der Kita sind. Unser Ziel ist es nicht, möglichst das zu tun, was Kita X und Kita Y anbieten, - es sei denn, es entspricht den Zielen für unsere Kinder, unsere Eltern, für unsere Kita.